Zusätzliche Kassenstelle für einen Hausarzt sorgt für politischen Schlagabtausch: Die ÖVP feiert die Bewilligung als „Meilenstein“. Ein ehemals roter Gemeinderat, der jetzt pink ist, hält dagegen.
Seinen Abschied aus der Lokalpolitik zelebriert derzeit Maximilian Titz. Der ÖVP-Bürgermeister von St. Andrä-Wördern im Bezirk Tulln, tritt am Sonntag nicht mehr zur Gemeinderatswahl an. Als „Abschiedsgeschenk“ verkündete er nun, dass seine Bemühungen um eine dritte Kassenarztpraxis im Ort endlich gefruchtet hätten: „Die Gesundheitskasse hat jetzt diese Stelle bewilligt, sie wird im März dieses Jahres ausgeschrieben.“
Wir haben uns nie entmutigen lassen und es immer wieder weiter versucht.

Maximilian Titz (ÖVP), Bürgermeister von St. Andrä-Wördern
Bild: Marktgemeinde St. Andrä-Wördern
Krönender Abschluss
Titz’ designierte Nachfolgerin, ÖVP-Spitzenkandidatin Susanna Kittinger feiert das als „Meilenstein für unsere Gemeinde“. Die medizinische Versorgung in St. Andrä-Wördern werde sich durch diese zusätzliche Kassenarztstelle erheblich verändern. Der Noch-Bürgermister sieht die Genehmigung für die Kassenstelle als „krönenden Abschluss“ seiner Amtszeit.
Anreize notwendig
Nicht so euphorisch sieht die Sache indes David Behling. Der frühere SPÖ-Gemeinderat kandidiert jetzt für die Neos, die erstmals den Einzug in den Gemeinderat schaffen wollen. „Ein zusätzlicher Kassenarzt für unseren Ort beruht derzeit ausschließlich auf dem Prinzip Hoffnung“, so Behling. Denn eine Ausschreibung sei keine Garantie, dass sich Mediziner bewerben. „Dafür bedarf es Anreize“, so der Neos-Frontmann. Diese könnten von Ordinationsräumen bis zu finanziellen Prämien reichen.
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