Obwohl die Einsatzzahlen entgegen der Vorwürfe von Anrainern 2024 auf ähnlichem Niveau blieben, wackelt der Standort Reutte für den Notarzthubschrauber RK-2 weiter. Die unglaubliche Geschichte setzt sich fort.
Seit 2005 betreibt die ARA-Flugrettung den Heliport beim Bezirkskrankenhaus Reutte. Weil der dort stationierte Rettungsheli RK-2 inzwischen angeblich zu laut geworden sei, wollen ihn Vertreter des Gemeindeverbands Bezirkskrankenhaus Reutte, dem der Flugplatz gehört, dort nicht mehr haben. Die „Krone“ berichtete mehrfach.
Jetzt präsentierte die ARA die Zahlen des vergangenen Jahres. Und diese widerlegen die Kritiker, die immer wieder den Vorwurf erheben, die Einsatzzahlen würden massiv steigen.
Weniger Einsätze als 2022
Die Fakten: 2024 gab es insgesamt 1096 Einsätze. Das sind nur um 8 mehr als im Jahr zuvor. Im Vergleich zu 2022 waren es sogar um 77 weniger! Beim Verhältnis von Primär- zu Sekundäreinsätzen (Überstellungsflüge) änderte sich kaum etwas.
Der RK-2 verfügt als einziger Notarzthubschrauber in Tirol über die Genehmigung, auch in der Nacht Windenbergungen durchzuführen. Erst am Freitagabend rettete die Crew auf diese Weise eine schwer Verletzte. Die Frau war im Zuge des Rodelabends der Ehrwalder Almbahn mit dem Zipfelbob gestürzt. Der RK-2 barg die 37-Jährige mit der Winde und flog sie in das Krankenhaus.
Weniger nächtliche Windenbergungen
Solche Nachtflüge stellen für die Kritiker freilich einen besonderen Dorn im Auge dar. Dabei haben sie 2024 im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls nicht zugenommen. Im Gegenteil: Gab es im Jahr 2023 noch 31 Windeneinsätze bei Nacht, so sank die Zahl 2024 auf 27. Insgesamt wurden die Windeneinsätze im vergangenen Jahr ebenfalls weniger.
Wann endet der Vertrag?
Dennoch steht nach wie vor vollkommen in den Sternen, ob der Gemeindeverband den Vertrag mit der ARA-Flugrettung verlängert. Kurios: Aufgrund unterschiedlicher Rechtsmeinungen ist nicht einmal bekannt, ob der RK-2 2027 oder erst 2028 tatsächlich den Abflug aus Ehenbichl machen müsste.
Kaum alternative Standorte
Alternative Standorte sind in der Region äußerst dünn gesät. Die Errichtung eines neuen Heliportes wäre zudem mit enormen Kosten verbunden. Der RK-2 sitzt zwischen den Stühlen.
„Brauchen Notarzthubschrauber im Bezirk“
„Es ist positiv, dass mit dem RK-2 alles funktioniert, denn wir brauchen einen Notarzthubschrauber im Bezirk“, bekräftige Verbandsobmann Hanspeter Wagner gegenüber der „Krone“. Wo dieser künftig starten und landen darf, weiß allerdings weiterhin keiner.
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