Das durch dramatische Missstände aufgefallene Senecura-Altenheim in Salzburg-Lehen ist seit neun Monaten in neuer Hand. Die Stadt Salzburg als neuer Betreiber zieht eine erste positive Bilanz. Das Ziel, wieder 90 Betten anzubieten, liegt aber noch in weiter Ferne.
Wegen pflegerischer Missstände machte das in Salzburg privat betriebene Seniorenheim vor rund zwei Jahren Schlagzeilen. „Es ging nur um Gewinne“, beschreibt Sozialstadträtin Andrea Brandner bei einem Lokalaugenschein im ehemaligen Senecura-Haus in Lehen die frühere private Führung.
Das sei jetzt anders, zog Brandner am Dienstag eine erste Bilanz. Seit der Übernahme durch die Stadt am 1. März 2024 wurde in dem Haus viel saniert. Die Zimmer seien komplett abgewohnt gewesen, die Rufanlage im Haus musste ausgetauscht werden. Neue offene Küchen in den Stockwerken sollen künftig auch Hausgemeinschaften ermöglichen.
Das Ziel, wieder 90 Senioren unterzubringen, liegt aber noch in weiter Ferne. Und das nicht nur, weil der bauliche Standard unerwartet schlecht gewesen sei. Die übernommenen Angestellten seien durch den Skandal verunsichert gewesen, schilderte Hausleiter Thomas Thöny. Ein Psychologe half in den letzten Monaten, das Team zusammenzuschweißen. Ausgebaut hat man vor allem die Alltagsbegleiter und Betreuer. Von ehemals fünf ist ihre Gruppe auf 22 gewachsen. Sie seien ein Schlüssel, um das Pflegepersonal zu entlasten, so Thöny.
Weil noch weiter saniert werden muss und noch rund 20 Pfleger und Betreuer fehlen, zieht sich die Vollbelegung. Derzeit wohnen 35 Seniorinnen und Senioren in dem Haus. Bis Weihnachten werden es 43 sein und bis Februar peilt die Stadt 60 Bewohner an.
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