Ortschef in Not:

„Ich habe sowas in 20 Jahren noch nicht erlebt“

Salzburg
30.11.2024 08:00

Der kleine Flachgauer Ort Dorfbeuern hat im kommenden Jahr 2025 ein großes Minus im Budget und braucht daher Hilfe vom Land. Der Ort ist damit nicht alleine. Auch weiteren Orten im Bundesland blüht das gleiche Schicksal.

Wir schaffen es nicht, im kommenden Jahr ein ausgeglichenes Budget zu erstellen“, sagt der Bürgermeister von Dorfbeuern, Adi Hinterhauser (ÖVP), zerknirscht. Der Ort wird damit zur Ausgleichsgemeinde und ist auf die Hilfe des Landes angewiesen. Etwa 400.000 bis 450.000 Euro fehlen im Budget für das Jahr 2025. Schon in den vergangenen Jahren hatte man kämpfen müssen, berichtet der Ortschef. Die Gründe für die schwierige Situation sind schnell gefunden und betreffen alle Gemeinden im Bundesland. Anstatt zu steigen, sind die Bundesertragsanteile für das kommende Jahr sogar gesunken. Im Gegensatz dazu steigen die Kosten in allen Bereichen aber an – eine toxische Mischung.

Der neue Dorfplatz kann noch fertiggestellt werden.
Der neue Dorfplatz kann noch fertiggestellt werden.(Bild: Adi Hinterhauser)

Im Konkreten steigen die Ausgaben an die Seniorenwohnhäuser nächstes Jahr um 80.000 Euro. Auch die verpflichtenden Zahlungen bei den Sozialkosten klettern noch einmal um 75.000 Euro in die Höhe. Da der Kindergarten bis 16 Uhr geöffnet ist, gibt es einen relativen hohen Mitarbeiterstand. Da werden die Kosten durch die beschlossene Erhöhung um 3,5 Prozent ebenfalls weiter steigen. Mitte Dezember wird die Gemeinde daher das nicht ausgeglichene Budget beschließen. „Dann ergeht von uns das Ersuchen um einen Haushaltsausgleich durch das Land“, berichtet Hinterhauser. Im Jänner wird es zum Beratungstermin durch das Land kommen, bei dem die Finanzen Punkt für Punkt durchgearbeitet werden, um eventuell Einsparungsmöglichkeiten zu finden.

Bangen um Subventionen für die Vereine im Ort
Laufende Projekte wie der Dorfplatz oder die neue Turnhalle sind nicht von Einsparungen betroffen. Größere Maßnahmen, wie etwa Straßenschäden durch Hochwasser, kann die Gemeinde dann nicht mehr selbst abwickeln. „Das ist für mich nach 20 Jahren eine völlig neue Erfahrung“, so der Ortschef. Er hofft, dass zumindest die wichtigen Subventionen für die Vereine aufrecht bleiben können. Dorfbeuern wird nicht die einzige neue Ausgleichsgemeinde im nächsten Jahr sein. Es könnte unter anderem Neumarkt oder Bürmoos erwischen.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Salzburg
30.11.2024 08:00
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Salzburg
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung