Die Salzburger haben entschieden. Das Großprojekt „S-Link“, die unterirdische Verlängerung der Lokalbahn durchs Stadtzentrum Richtung Hallein, wird nicht weiterverfolgt. In den drei befragten Bezirken Stadt, Flach- und Tennengau sagten mehr als 53 Prozent „Nein“. Die Beteiligung war mit 42 Prozent für eine Befragung hoch. Besonders klar war die Ablehnung in der Stadt mit 59,6 Prozent.
Dort sitzt mit Bernhard Auinger (SPÖ) auch einer der größten S-Link-Kritiker auf dem Bürgermeistersessel. Der Stadtchef freute sich naturgemäß über das Ergebnis ohne in Triumph-Stimmung zu verfallen. „Wenn ich an mein Budget denke, gibt es eigentlich nur Gewinner“, sagte Auinger. Er hat auch schon eine Vorstellung, wie es weitergehen soll, allerdings ist diese nicht sehr konkret. „Wir werden jetzt gemeinsam als ganze Stadtregierung einen Plan B erarbeiten.“ Auinger kündigt baldige Gespräche mit dem Land an: „Die Hand von meiner Seite ist zum Land ganz lang ausgestreckt. Wir werden nicht sagen, die Pendler sind uns jetzt egal, sondern Geld in die Hand nehmen.“
Regierung wartet auf Auingers Plan B
Gleiche Töne hört man seitens der Landesregierung, auch wenn man dort die bedrückten Gesichter nicht verbergen konnte. Landeshauptmann Wilfried Haslauer und Kronprinz Stefan Schnöll (beide ÖVP), wie auch Marlene Svazek (FPÖ) waren durchwegs enttäuscht. Alle drei betonten, den Plan B des Salzburger Stadtchefs nicht zu kennen und sie seien gespannt, wie dieser aussieht. Man werde aber auch gerne gemeinsam daran arbeiten.
Eine Niederlage für die Landespolitik, Herr Haslauer? „Nein, man muss sich von der Vorstellung lösen, dass es eine Parteigefolgschaft gibt. Die Menschen denken selbst, das ist gut so.“ Darum sei das Ergebnis auch zu akzeptieren.
Schnöll sagte: „Die Befragung war nicht meine Idee. Wenn es eine politische Mehrheit dafür gibt, ist eine solche durchzuführen.“ Man akzeptiere das Ergebnis und werde sich mit der Stadt zusammensetzen und schauen, welche Alternativen es gibt. Verkehrsstadträtin Anna Schiester (Bürgerliste), auch eine Befürworterin, kündigt bereits Maßnahmen an. „Aus meinem Ressort liegen viele Vorschläge da. Die Zeit der Ausreden ist jedenfalls vorbei.“
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