Kriegsverbrechen?

Attacke auf Odessa, Drohnen über Russland

Ausland
09.11.2024 14:42
Porträt von krone.at
Von krone.at

Russland beschießt seit Beginn seines Angriffskriegs gegen die Ukraine systematisch auch Städte und andere zivile Ziele. So auch in der Nacht auf Samstag. Aber auch der Aggressor kommt nicht zur Ruhe.

Bei der nächtlichen russischen Attacke gegen die ukrainische Hafenstadt Odessa wurden Behördenangaben nach zwei Hochhäuser, mehrere private Wohngebäude und die Lagerräume eines privaten Unternehmens beschädigt. Bei dem durch den Einschlag ausgelösten Feuer seien zehn Pkw vollständig ausgebrannt, weitere Fahrzeuge wären beschädigt worden.

Eine Frau sei ums Leben gekommen. „13 weitere Menschen, darunter zwei Kinder, wurden verletzt“, teilte die Gebietsstaatsanwaltschaft von Odessa mit. Es seien Ermittlungen wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen aufgenommen worden.

Die Bilder aus Odessa schockieren:

Russland suchten wieder Drohnen heim
Die russische Luftabwehr berichtete ihrerseits über ukrainische Drohnenattacken im Süden der Region Brjansk. 15 ukrainische Drohnen seien abgefangen und unschädlich gemacht worden, so der Gouverneur von Brjansk, Alexander Bogomas. Verletzte oder Schäden habe es dabei nicht gegeben, schrieb er auf Telegram.

Darüber hinaus hat die Ukraine in der Nacht auf Samstag nach Angaben des Geheimdienstes die Alexinsky-Chemiefabrik in der russischen Region Tula mit Drohnen angegriffen, wie ein hochrangiger Mitarbeiter des ukrainischen Dienstes SBU der Nachrichtenagentur Reuters mitteilte. Die Fabrik stelle Schießpulver, Munition und Waffen her. Der Angriff sei Teil der Strategie, Fabriken anzugreifen, die dem Krieg gegen die Ukraine dienten, fuhr der Mitarbeiter fort.

Im Innenhof eines Wohnhauses in Odessa bietet sich ein fürchterliches Bild.
Im Innenhof eines Wohnhauses in Odessa bietet sich ein fürchterliches Bild.(Bild: APA/AFP/Oleksandr GIMANOV)

EU-Außenbeauftragter Borrell zu Gesprächen in Kiew
Unterdessen ist - kurz vor dem Ausscheiden aus dem Amt – der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell am Samstag in die ukrainische Hauptstadt Kiew gereist. Mit Blick auf den Wahlsieg des Republikaners Donald Trump zum Präsidenten in den USA und Sorgen vor einem Ende der US-Hilfen sicherte er der Ukraine die Unterstützung der EU zu.

Trump hatte im Wahlkampf die US-Milliardenhilfen für die Ukraine scharf kritisiert und zudem angekündigt, noch vor seinem Amtsantritt den Ukraine-Krieg binnen „24 Stunden“ zu beenden. Sein Wahlsieg in dieser Woche löste daher vor allem in Kiew Besorgnis aus. Die Ukraine befürchtet, Trump könnte nicht nur die US-Unterstützung beenden, sondern das Land zur Abgabe eines großen Teils des von Russland besetzten Territoriums zwingen wollen.

„Niemand weiß genau, was die neue Regierung tun wird“, sagte Borrell. Er wies zudem darauf hin, dass US-Präsident Joe Biden noch zwei Monate im Amt sei, um Entscheidungen zu treffen. Biden gilt als enger Verbündeter und Unterstützer der Ukraine. Die Europäer müssten dennoch „diese Gelegenheit nutzen, um ein stärkeres und geeintes Europa aufzubauen“, mahnte der EU-Außenbeauftragte.

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