




Am Dienstag spielten sich auf den heimischen Flughäfen spektakuläre Szenen ab: Im Zuge einer Anti-Terror-Übung retteten in Graz 100 Männer des Einsatzkommandos Cobra Passagiere und Crew – es war die Probe für den Ernstfall, der durchaus wahrscheinlicher wird. In Wien wurde ein fataler Zusammenstoß durchgespielt.
Seit Stunden verhandelt ein Team des Einsatzkommandos Cobra Süd mit jenen Männern, die ein Flugzeug in Feldkirchen bei Graz samt Passagieren und Crew gekapert haben – doch vergebens. Der Zugriff scheint als letztmöglicher Ausweg: Etwa 100 Einsatzkräfte der Cobra stürmen über sogenannte Stiegenfahrzeuge die Maschine, wenig später werden zwei Terroristen abgeführt.
Die Geiseln sind wohlauf, der Polizeihubschrauber Libelle kann wieder abziehen. Alles geht sekundenschnell – genauso wie im Ernstfall.
Eine Übung in neuen Dimensionen
Es ist die größte Übung ihrer Art, die am Dienstag am Flughafen Graz unter dem Titel „Alpha 9“ über die Bühne ging. „Internationale Vorgaben sehen eine solche Übung alle zwei Jahre vor. Heuer sind über 500 Personen beteiligt“, sagt Doris Pölt, Pressesprecherin des Flughafens Graz. Standen in den vergangenen Jahren Szenarien wie ein Flugzeugabsturz am Programm, war es diesmal eine terroristische Bedrohung.
„Der Schutz von Bürger und Bediensteten hat dabei höchste Priorität“, erklärt Landespolizeidirektor Gerald Ortner. Es werde immer wichtiger, auf Einsätze wie diese vorbereitet zu sein. „Schlussendlich wird aber das Unerwartete passieren“, grätscht Kurt Kornberger rein. Und tatsächlich: Als Standortkommandant der Cobra Süd hat er ein Szenario aufgestellt, von dem weder die Elitepolizisten noch die schauspielenden Passagiere und Eurowings-Crew Bescheid wussten.
Auch in Wien wurde am Dienstag für den Notfall geprobt:





„Feuerinferno nach Zusammenstoß am Airport“
In Wien fand am Dienstag ebenfalls eine Notfallübung statt: Ein Flugzeug war mit einem Passagierbus kollidiert – Dutzende Verletzte waren die Folge. Vor allem Feuerwehr und Rotes Kreuz spielten in diesem Szenario eine große Rolle. Weil im Ernstfall ohnehin sämtliche Organisationen zusammenspielen müssen, gehört gerade die Kommunikation zwischen den Einsatzkräften geschult. Auch beim Grazer Einsatz sollten Rettungswägen möglichst unentdeckt aufs Gelände kommen.
Die Leitung des Einsatzes übernahm die Landespolizeidirektion, ebenso die Kommunikation mit der Öffentlichkeit. „Die letzten Jahre haben uns besonders deutlich vor Augen geführt, dass das Unvorhersehbare jederzeit eintreten kann“, sagt Wolfgang Grimus, Geschäftsführer des Flughafens Graz.
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