Im Grazer Umland gibt es für den Flughafentunnel der Koralmbahn bald zwei geschulte Portalfeuerwehren. Sie sollen im Ernstfall mit richtiger Ausrüstung und Ausbildung Menschenleben retten können. Warum die Feuerwehrleute dafür in die Schweiz fahren müssen – und was sie dort lernen.
Die Zahlen sind beachtlich: Brennt es in einem Personenzug in einem Tunnel, sind 24 Feuerwehren mit 38 Fahrzeugen, 205 Einsatzkräften und insgesamt 97 Atemschutzträgern gefordert. Genau dieses Szenario muss auch für die Koralmbahn, die bis Ende 2025 fertiggestellt werden soll, durchgespielt werden.
So wird der dazugehörige Flughafentunnel im Süden von Graz künftig das Einsatzgebiet mehrerer sogenannter Portalfeuerwehren sein. Im Ernstfall soll die Feuerwehr Feldkirchen nördlich und jene aus Kalsdorf südlich in die Röhre einsteigen können.
„Wir sind Flachland-Feuerwehren, Schienen sind für uns ein komplett neuer Einsatzbereich“, sagt Oliver Süss, Pressebeauftragter der FF Kalsdorf. Bisher hatten die Florianis nur eine Grundausbildung für Straßentunnels – „jetzt werden alle 24 Atemschutzträger speziell geschult“. Auch Süss selbst zählt bald zu jenen Profis.
Ausbildung auf höchstem internationalen Niveau
Kurios ist dabei der Ausbildungsort: „Ende November und Anfang Dezember fahren wir in die Schweiz“, erzählt Süss, „die Ausbildung im Tunnel-Forschungszentrum Erzberg ist zwar der Hammer, aber in der Schweiz gibt es einfach mehr Eisenbahntunnels.“
Gemeint ist die „International Fire Academy“ in Balsthal – sie gilt als „Europas führende Feuerwehrakademie für Ausbildung und Training in unterirdischen Verkehrsanlagen“. In einer zweitägigen Ausbildung erlernen Süss und seine Kollegen, wie sie im Brandfall Menschen retten und parallel das Feuer löschen können. Denn die Evakuierung ist deutlich schwieriger als in einem Straßentunnel und erfolgt über spezielle Schleusen. „Hierfür tragen wir einen Langzeit-Pressluftatmer mit doppelter Einsatzzeit“, erklärt der Floriani.
Diese Atemgeräte zählen zu einer umfassenden Sonderausrüstung, die von den ÖBB für diese Spezialeinsätze der Feuerwehren bereitgestellt wird. Jedes einzelne Teil muss einer enormen Hitze standhalten. Auch ein eigenes Kleinrüstfahrzeug gehört dazu. Dieses Gefährt steht bereits in Kalsdorf – ausgestattet mit Wärmebildkameras, Markierungsleuchten und Co.
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