Jetzt ist es fix! Die Grazer Stadtregierung hat sich durchgerungen und wird das Liebenauer Stadion um- und ausbauen. Bis zu 23.000 Zuschauer sollen künftig in der Champions-League- und länderspieltauglichen Arena Platz finden.
Letzten Freitag gab‘s die finale Gesprächsrunde, nun stieg über der endlosen Grazer Stadiondebatte endlich weißer Rauch auf: Die Merkur Arena wird umgebaut. Keine 24 Stunden nachdem Sturm Liga-Krösus Red Bull mit 5:0 aus dem Stadion geschossen hat, gibt‘s wohl für die meisten steirischen Fußballfans nun also die nächste gute Nachricht.
„Es ist sinnvoll, dass mit dieser Lösung beide Vereine eine Heimat bekommen, die zeitgemäße Standards erfüllt. Dass wir uns mit dem SK Sturm Graz und dem GAK 1902 auf diesen gemeinsamen Weg einigen konnten, ist mehr als erfreulich“, erklären Bürgermeisterin Elke Kahr (KPÖ), Klubobmann Karl Dreisiebner (Grüne) und SPÖ-Klubvorsitzende Daniela Schlüsselberger in einer gemeinsamen Aussendung.
Planungen sollen 2025 abgeschlossen sein
Die Zuschauerkapazität soll von aktuell 15.300 auf bis zu 23.000 Plätze erweitert werden. In der Oktobersitzung wird dem Gemeinderat eine umfassende Prüfung und Machbarkeitsstudie vorgelegt. Wie man hört, sollen bis März/April 2025 alle erforderlichen Planungsunterlagen fertig sein – danach wird mit dem Land bezüglich der Finanzierung gesprochen. Landeshauptmann Christopher Drexler (ÖVP) und Stellvertreter Anton Lang (SPÖ) haben ja nie ein Hehl daraus gemacht, dass sich das Land beteiligen wird, wenn es in Graz einmal konkrete Pläne gibt.
Umbau kostet rund 45 Millionen Euro
Die Kosten für den Umbau werden auf rund 45 Millionen Euro geschätzt. Land und Stadt werden den Großteil übernehmen. Dem Vernehmen nach wird sich auch Sturm beteiligen – beim GAK ist dies aus finanziellen Gründen nicht möglich, wie man aus dem Rathaus hört. Für die Machbarkeitsstudie und alle vorbereitenden Schritte sind 270.000 Euro veranschlagt. Dass nun doch das 1997 eröffnete Stadion in Liebenau renoviert wird, liege daran, dass schon der Kaufpreis für das Grundstück in Puntigam, an dem der Neubau realisiert worden wäre, für die Stadt finanziell nicht darstellbar war.
Platz für 2000 Gäste im VIP-Klub
Zur Steigerung der Zuschauerkapazität soll das Spielfeld quasi tiefergelegt werden. Auch der Skyboxen- und Logen-Ausbau, der von der Koalition zu Beginn der Periode abgesagt wurde, wird nun kommen. Bis zu 2000 VIP-Gäste sollen dort künftig Platz finden. Weitere Punkte der „Frischzellenkur“ in Liebenau: Erweiterung der Verpflegungs- und Verkaufsstände, Ausbau des Pressebereichs und der Vereinsinfrastruktur, Verbesserung der Parkplatz- und Zugangssituation, neue Stadiontechnik und eine Fassadenbeleuchtung, die ein Vereinsbranding ermöglichen soll.
Die größte Herausforderung ist es, dass während der Bauphase der Spielbetrieb sichergestellt werden soll. Da es in der gesamten Steiermark keine halbwegs taugliche Alternative für Sturm und den GAK gibt.
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