Nachdem aufgeflogen war, dass eine 13-Jährige bei einer Notoperation an der Grazer Uniklinik aktiv mitgewirkt haben soll, hat das steirische Landeskriminalamt zu ermitteln begonnen. Nun liegt der Abschlussbericht vor: Demnach will das OP-Team nun doch nichts Verdächtiges wahrgenommen haben.
Bei einer Notoperation an einem Landwirt, der bei einem Forstunfall schwer verletzt wurde, soll eine Neurochirurgin an der Grazer Uniklinik ihre erst 13-jährige Tochter mit in den OP-Saal genommen haben. Dies war im Jänner dieses Jahres. Der aufsehenerregende Fall kam durch einen Bericht in der „Krone“ ans Tageslicht.
„Bohrloch am Schädel vorgenommen“
Laut Opferanwalt soll die Jugendliche aber nicht nur anwesend gewesen sein, sondern sogar aktiv an der Operation mitgewirkt haben. „Es gibt Beweise, dass spitalsintern von den Involvierten zugegeben wurde, dass die 13-Jährige das Bohrloch am Schädel des Patienten vorgenommen hat“, sagte Peter Freiberger in einem Interview mit der „Krone“ im Vormonat.
Aussagen gedreht?
Nun liegt der Abschlussbericht des steirischen Landeskriminalamts vor, gegen insgesamt sieben Personen (drei Ärzte und vier OP-Gehilfen) ermittelt die Anklagebehörde wegen des Verdachts der schweren Körperverletzung durch eine unsachgemäß durchgeführte Operation. Hauptbeschuldigte ist die Mutter der 13-Jährigen.
„Müssen Glaubwürdigkeit prüfen“
Nicht nur sie, auch alle anderen damals Anwesenden bestreiten nun die Vorwürfe. Hansjörg Bacher, Sprecher der Staatsanwaltschaft Graz, bestätigt einen dementsprechenden Bericht in den Salzburger Nachrichten: „Aktuell bekennt sich keiner der Beschuldigten vollinhaltlich schuldig. Einige sagten aus, nicht gesehen zu haben, dass die Minderjährige Hand angelegt hat“. Die Staatsanwaltschaft müsse nun die Glaubwürdigkeit der Aussagen prüfen.
Für alle Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.
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