Die dramatischen Zustände in einem Schweinemastbetrieb haben zu einer Protestversammlung im Bezirk Mistelbach (NÖ) geführt. Ein Teil der Tierschützer betrat sogar den Stall, gestartet war die Aktion Mittwochfrüh, es sei „Gefahr im Verzug“ vorgelegen. Aufmerksam machen wollte der Verein gegen Tierfabriken insbesondere auf den Vollspaltenboden, der „wieder einmal zu großem Tierleid geführt“ habe.
Große Beulen, abgebissene Schwänze, schwere Verletzungen: Der Vollspaltenboden ist Grund für verheerendes Tierleid in einem Schweinemastbetrieb im niederösterreichischen Mistelbach und hat zu einer spontanen Kundgebung vor dem Vollmastbetrieb geführt.
„Dramatische Zustände“ in Vollmastbetrieb
Laut zugespielten Informationen am Montagabend gegenüber dem Verein gegen Tierfabriken (VGT) betraten acht der Tierschützer unter strengsten Hygienestandards einen Vollmastbetrieb in Niederösterreich, „um sich von den dramatischen Zuständen selbst überzeugen zu können“. Der Verdacht bestätigte sich: Sie verständigten daraufhin sofort die Polizei.
VGT-Chef Martin Balluch forderte die Amtsärztin zu einer Kontrolle des Betriebs auf, weiterhin muss „den Tieren sofort geholfen werden“. Derzeit harren die Tierschützer in dem Schweinemast aus und warten auf die zuständigen Behörden.
ÖVP will Zustände „unverändert lassen“
Kritik lässt Balluch vor allem an der ÖVP verlauten: „Vollspaltenboden ohne Stroheinstreu! Das sind die Zustände, die die ÖVP bis 2040 und in Wahrheit für immer unverändert zulassen will!“ Laut VGT haben die Tiere diese Zeit allerdings nicht. Sie würden weiches Stroheinstreu benötigen, um angenehm liegen und wühlen zu können. Es besteht „Gefahr im Verzug“, der gemeinnützige Verein fordere die Behörden auf, sofort einzuschreiten, um „diese Tierquälerei sofort zu beenden“.
Der Protest der Tierschützer:innen war erfolgreich: Die Kontrolle des Betriebs hat begonnen. 🩷https://t.co/e3u5hVUtSm
— VGT - VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN (@vgt_at) September 25, 2024
Erhebungen wurden durchgeführt, nachdem die Polizei den Vollmastbetrieb erreicht hatte. Chefinspektor Baumschlager berichtete von einem ruhigen Ablauf der Protestaktion. Die Teilnehmer werden wegen nicht angemeldeter Versammlung angezeigt.
Grüne fordern Verbot der Vollspaltenbetriebe
Von politischer Seite äußerte sich am Mittwoch auch Tierschutzminister Johannes Rauch (Grüne). Auch er fordert im Sinne der Tiere „ein rasches Ende der Vollspaltenbetriebe, wie sie nun wieder aufgedeckt wurden“. Demnach soll die Übergangsfrist für das Verbot der unstrukturierten Vollspaltenbuchten „so rasch wie möglich“ repariert werden. Das Problem aus Sicht des Tierschutzministers ist auch hier die ÖVP. Diese hätten die Gespräche bezüglich einer Einigung zur Reparatur dieser Übergangsfrist bereits im Juni eingestellt.
Die niederösterreichischen Grünen unterstützen die Kritik Rauchs. „Die Haltung von Schweinen unter diesen Bedingungen ist nicht nur eine Verletzung des Tierschutzes, sondern auch eine Schande für Niederösterreich“, so der Landtagsabgeordnete Dominic Hörlezeder in einer Aussendung.
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