Die Entspannung der Pegelstände in Niederösterreich war nur von kurzer Dauer: Vor allem das Tullnerfeld wurde am Montag von schweren Niederschlägen getroffen, viele Straßen mussten gesperrt werden, Dämme sind gebrochen oder wurden schwer in Mitleidenschaft gezogen. Einmal mehr traf es dabei besonders den Ort Rust – nun muss er sogar evakuiert werden!
Rust ist ein Ortsteil von Michelhausen im Tullnerfeld – und musste während der Flutkatastrophe schon viel erleiden. Erst ließ der verdiente Reservist Franz H. (75) im Einsatz sein Leben, dann musste die Feuerwehr die eigene Zentrale aufgeben. In der Halle eines Getränkehandels haben die Florianis ihre provisorische Einsatzleitstelle eingerichtet.
Bürgermeister Bernard Heinl stehen der Schrecken und die Anstrengung der vergangenen Tage ins Gesicht geschrieben, als Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Verteidigungsminister Klaudia Tanner und die Feuerwehrspitze am Nachmittag zur Lagebesprechung vor Ort waren: „Wir kämpfen Seite an Seite und werden die Herausforderung gemeinsam bestehen“, lautete das Credo. Nur Stunden später dann der nächste Alarm: Der Regen hört nicht auf, Dämme sind gebrochen oder wurden bereits schwer in Mitleidenschaft gezogen – der gesamte Ort muss am Abend evakuiert werden.
Durchhalteparolen im Vorfeld
„Wir sind heute hier, um ein ganz klares Signal zu senden an die Menschen hier in Rust und an die Bevölkerung im ganzen Land: Wir sind für euch da. Wir stehen an eurer Seite“, sagte die Landeshauptfrau noch am Vormittag. In dieser Situation hätten vor allem auch die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister als Krisemanager vor Ort eine besondere Bedeutung, so bedankte sie sich stellvertretend bei Bernhard Heinl.
400 Soldaten im Assistenzeinsatz
„Es sind unfassbare Bilder einer Katastrophe. Und an erster Stelle unser tiefstes Mitgefühl den Angehörigen der Todesopfer“, sagte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner und betonte weiters: „Die Soldatinnen und Soldaten des Österreichischen Bundesheeres sind immer da, wenn sie gerufen werden. Und das wird so lange der Fall sein, solange das notwendig ist.“ In Summe stünden 2400 Soldaten bereit „und es können jederzeit mehr werden, sollte es notwendig werden. Es sind zum jetzigen Zeitpunkt in etwa 400 Soldaten in Niederösterreich im Einsatz. Alles, was notwendig ist, wird zur Verfügung gestellt“, so die Ministerin.
Auch Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner sprach den Angehörigen der Todesopfer sein „tiefes Mitgefühl“ aus. Den eingesetzten Feuerwehrleuten sagte er seinen Dank und betonte: „Ihr habt tolle Arbeit geleistet. Haltet durch und wenn ihr frische Kräfte braucht: wir haben genug Reserven. Schulter an Schulter werden wir anpacken.“ In Rust habe man eine „dramatische Situation“, weshalb man plane Großpumpen zu verlegen. Doch letzten Endes blieb nur eine Wahl – die Evakuierung.
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