Sandra Cervik inszeniert Ferdinand von Schirachs neues Prozessdrama „Sie sagt. Er sagt“, das in den Wiener Kammerspielen Premiere feiert – die „Krone“ bat die Wiener Schauspielerin und Regisseurin zum Interview.
Wurde Katharina von ihrem Ex-Liebhaber Christian vergewaltigt? Sie sagt Ja, er sagt Nein. Ausgangspunkt für einen weiteren spannenden Prozess aus der Feder Ferdinand von Schirachs, der nun in den Wiener Kammerspielen zur Uraufführung gelangt.
Sandra Cervik liefert dabei für die Josefstadt ihre zweite Regiearbeit. Dass Schirach bei den Leuten so gut ankommt, liegt für sie daran, „dass die Leute Gerichtssituationen mögen und gerne eine gute und sachlich geführte Diskussion sehen“. Ja, da könne sich mancher Politiker etwas abschauen, schmunzelt Cervik, die ihr Regiedebüt 2015 am Theater der Jugend gab.
Die Herausforderung bei dem Stück sieht sie darin, dass es Schirach „um mehr geht, als nur darum, wer recht hat. Sondern wie sehr wir nur das hören, was wir hören wollen. Wie sehr können wir uns objektiv auf ein Thema einlassen, ohne vorschnell ein Urteil zu bilden? Denn in der Position sind die Richter ja, wenn es keine schlüssigen Beweise gibt und Aussage gegen Aussage steht. Dann kannst du nur dir selbst vertrauen!“
Cervik, seit 1997 mit Josefstadt-Direktor Herbert Föttinger verheiratet, dirigiert bei „Sie sagt. Er sagt“ erstmals ihren Mann, der in die Rolle des Angeklagten schlüpft. Eine weitere Herausforderung? „Nein“, winkt sie ab. „Ich war sehr gespannt, aber es war sehr erfreulich, weil er ein sehr umgänglicher Schauspieler ist, sehr viel annimmt!“
Am Inszenieren hat Cervik, die seit 2000 Ensemblemitglied der Josefstadt ist, Freude gefunden: „Mein großer Wunsch ist, dass ich weiter Regie führen kann, vielleicht auch an anderen Häusern. Jetzt komme ich in ein Alter, wo ich mir denke: Kommt da noch was Neues? (lacht) Ich bin nur noch zu keinem Ergebnis gekommen. Aber bis zu Herbert Föttingers Direktionsende werde ich dem Haus natürlich auf jeden Fall treu bleiben!“
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