Schwester Benedicta (37) entschied sich schon vor Jahren für ein Leben im Kloster. Im Stift Nonnberg in Salzburg, dem ältesten Frauenkloster Europas, wo durchgehend ein Orden wirkt, fand sie eine Heimat. Jetzt empfängt die Oberösterreicherin die Weihe zur Nonne und ewigen Jungfrau.
Wenn Schwester Benedicta ihre Geschichte erzählt, holt sie weit aus: Sie kommt aus einer religiös geprägten Familie in Linz, war Musik-Mittelschülerin und arbeitete dann in einer Apotheke. Doch sie sei schon damals eine Suchende gewesen, erzählt Doris Gruber, wie sie früher hieß. Sie kam in Kontakt mit dem Orden der Kreuzschwestern: „Ich habe damals gesehen, dass es noch etwas anderes gibt als den klassischen Weg mit Ehe und Familie.“ Sie trat in den Orden ein und arbeitete in der Krankenpflege.
Doch Schwester Benedicta war noch nicht ganz angekommen: „Ich hatte ein Berufungserlebnis für das monastische Leben. Es hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen“, sagt sie.
Heute lebt sie im Stift Nonnberg hoch über der Salzburger Altstadt. Neuzugänge wie sie senken den Altersschnitt in Klöstern. 14 Benediktinerinnen leben am Nonnberg, die älteste ist knapp 90 Jahre alt.
Die Klostertore bleiben meistens geschlossen. „Wir sind im Gebet mit der Welt verbunden.“ Sieben Gebetszeiten gibt es täglich. Dazwischen wird gearbeitet. „Ich bin für die Wäscherei zuständig“, erzählt sie. Das Kloster verlassen die Schwestern selten. Ausnahme sind Arztbesuche. Ob das nicht auch einschränkt? „Ich habe schon nach dem ersten Mitleben hier eine starke innere Ruhe verspürt.“ Der Trubel in der Stadt sei mittlerweile zu laut. Sie genießt lieber die Ruhe im Klostergarten.
Neue Heimat im ältesten Kloster Europas
Stift Nonnberg ist das älteste Frauenkloster in Europa mit durchgehend aktiver Ordensgemeinschaft. Berühmt wurde es auch durch den weltberühmten Film „The Sound of Music“ über die singende Familie Trapp. An die Touristen vor der Stiftskirche haben sich Benedicta und ihre Mitschwestern schon gewöhnt. „Manchmal entstehen schöne Gespräche.“ Als „Sound-of-music-Sister“ sieht sie sich aber nicht. Es kommt auch vor, dass Mitschwestern den Film gar nicht kennen. „Dann machen wir einen Kinoabend“, lacht Schwester Benedicta, die auch als Organistin aktiv werden will.
Am Samstag werden alle Blicke auf sie gerichtet sein. In der Festwoche zu 400 Jahre Schutzpatronin Erentrudis wird sie sich an den Orden binden und als Jungfrau die Hochzeit mit Jesus feiern. Alles ist vorbereitet, die Kirche wird mit Teppich ausgelegt und geschmückt. „Ein Traum“, sagt sie.
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