Drama in Karlau

Brand selbst gelegt: Steirer in Zelle erstickt

Steiermark
03.09.2024 06:28

Weil er einen Polizisten mit einem Schraubenzieher töten wollte, wurde ein Steirer 2019 zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Nun ist der 43-Jährige tot. Er erstickte in seiner Zelle in der Justizanstalt Karlau an den Rauchgasen eines Feuers, das er offenbar selber gelegt hat.

Es war seine privat gekaufte Schutzweste, die einem jungen Polizisten im Dezember 2018 das Leben rettete. Ein damals 38-jähriger Steirer hatte zweimal mit einem Schraubenzieher auf den 28-Jährigen eingestochen. Die Polizei war gerufen worden, weil der amtsbekannte Gewalttäter in einem Stiegenhaus in Graz randaliert hatte.

„Ohne die Schutzweste wäre es zweifellos zu lebensgefährlichen Verletzungen gekommen“, betonte der Gerichtsmediziner beim Prozess wegen versuchten Mordes im Sommer 2019 am Grazer Straflandesgericht.

Insasse rief über Sprechanlage um Hilfe
Zu zwölf Jahren wurde der Mann damals verurteilt. Jetzt ist er tot. Der 43-Jährige erstickte am Montag in seinem Haftraum im Zellenhaustrakt der Justizanstalt Karlau an Rauchgasen, zudem erlitt er massive Brandverletzungen. Das Feuer dürfte er selbst gelegt haben – übrigens nicht zum ersten Mal.

Massives Brandgeschehen
Der Steirer hatte gegen 4 Uhr noch selbst Alarm geschlagen, offenbar wollte er doch nicht sterben. „Bis der Haftraum schließlich geöffnet war, war die Reanimation leider erfolglos“, sagt der Leiter der Justizanstalt Graz-Karlau, Gerhard Derler. Aufgrund des massiven Brandgeschehens schließen die Ermittler des Landeskriminalamtes (Ermittlungsbereich Brand) Fahrlässigkeit – wie von einer brennenden Zigarette – genauso aus wie ein technisches Gebrechen. 

Am Dienstag stand dann das offizielle Obduktionsergebnis fest. Laut Polizei ist der Häftling aufgrund einer Rauchgasvergiftung und der massiven Hitzeeinwirkung zu Tode gekommen ist. Auch fortführende Ermittlungen brachten zudem keinen Verdacht auf ein Fremdverschulden.

Zweiter toter Gewalttäter in wenigen Wochen
Erst Anfang Juli kam ein Häftling in der Justizanstalt Karlau ums Leben: Der 25-Jährige, der im Dezember 2023 am Landesgericht Leoben wegen des Mordes an seiner Ex-Freundin (22) zu 20 Jahren Haft verurteilt worden war, starb an einer Suchtgift- bzw. Medikamentenüberdosis.

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