Beim Ausbau der Südbahn war sich die steirische Landesspitze mit ÖVP-Landeshauptmann Christopher Drexler und seinem roten „Vize“ Anton Lang mit Leonore Gewessler noch einig, doch dann gab es die erwarteten Brösel.
Dass „Steirerbluat koa Himbeersaft“ ist, ist nicht erst sein Reinhard P. Grubers „Hödlmoser“-Roman auch jenseits des Semmerings bekannt. Sollte die gebürtige Steirerin Leonore Gewessler das in ihrer Zeit in Wien vergessen haben, wurde sie am Freitag daran erinnert.
Das Regierungssitzungszimmer in der Grazer Burg verwandelte sich kurzerhand in eine Pressekonferenz-Bühne (im Weißen Saal wurde gebaut), und gemeinsam mit ÖVP-Landeshauptmann Christopher Drexler und seinem roten „Vize“ Anton Lang unterzeichnete die grüne Infrastrukturministerin eine Absichtserklärung für den zweigleisigen Ausbau der Südbahn zwischen Werndorf und Spielfeld-Straß.
Schnell war’s vorbei mit der Harmonie
Dass das Mega-Projekt für die Steiermark und ihre Anbindung etwa an den slowenischen Hafen Koper unverzichtbar sei, darüber waren sich die drei einig. Dann war’s aber schnell vorbei mit der Harmonie. Das Konfliktthema A 9, das von Beginn an bedrohlich in der Luft lag, wurde nicht ausgespart, nur um den lieben Frieden zu erhalten. Gewessler lehnt das Autobahn-Projekt ja vehement ab und musste in der Vergangenheit heftige Kritik von der Landesspitze einstecken.
„Der dreispurige Ausbau ist unverzichtbar“, „wir haben ein Riesenproblem mit dem Ausweichverkehr“, sprachen Drexler und Lang Tacheles. Gewessler war sichtlich „not amused“, es verschlug ihr auch kurz die Sprache, aber sie blieb dennoch unbeirrt auf grüner Linie: „Mehr Straßen bedeuten auch mehr Verkehr!“
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