Österreichs Städte sind starker versiegelt als Experten des WWF gedacht hatten. Den meisten Beton orten sie dabei just in den beiden größten Städten Niederösterreichs. Diese weisen diese zweifelhafte Ehre zurück.
Schwarze Asphaltbänder und graue Betonwüsten – dieses düstere Bild zeichnet der WWF von den größten Städten in NÖ. Denn in einer neuen Studie haben die Naturschützer die versiegelten Flächen in Städten in Relation zur Einwohnerzahl gesetzt – und da sind St. Pölten mit 307,7 Quadratmetern und Wiener Neustadt mit 257,1 Quadratmetern pro Kopf die Spitzenreiter.
Ergebnis erstaunt auf ersten Blick
Dass Großstädte wie Graz, Innsbruck und sogar Wien am Ende dieses Rankings liegen, erstaunt. Und relativiert bei näherer Betrachtung das Ergebnis. Im Wiener Neustädter Rathaus bringt man es auf den Punkt: „An der Spitze liegen mittelgroße Städte, die sehr viel Infrastruktur brauchen, aber nur 50.000 Einwohner haben.“ In St. Pölten stößt man ins selbe Horn: „Wir haben 108 Quadratkilometer Stadtfläche, Paris hat zum Vergleich 105 Quadratkilometer.“
Viele Straßen und Gewerbeflächen
Kritik übt der WWF bei der Landeshauptstadt an den vielen Verkehrsflächen: „105 Quadratmeter pro Kopf sind hier dafür asphaltiert oder zubetoniert“, sagt Bodenschutzsprecher Simon Pories. In Wiener Neustadt stören sich die Umweltschützer an vielen versiegelten Betriebsgebieten – 62 Quadratmeter pro Einwohner.
Städte setzen sich zur Wehr
In St. Pölten erklärt man den hohen Wert mit den zahlreichen Katastralen: „Die Wegen zwischen den Siedlungen sind lang, entsprechend groß ist der Bedarf an Verkehrsflächen.“ Dazu kommen A…1, Westbahn und Güterzugumfahrung im Stadtgebiet: „Würde man als Vergleichswert den besiedelbaren und besiedelten Raum hernehmen, wären nur 18,6 Prozent versiegelt.“ In Wiener Neustadt kontert man ähnlich: „72 Prozent des Stadtgebietes sind unversiegelt.“ Der Befürchtung des WWF, dass durch die geplante Ostumfahrung weitere Betriebsgebiete erschlossen – und zubetoniert – werden, hält man entgegen: „Betriebsgebiete an der Umfahrung wird es nicht geben!“
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