In der Kritik steht die Topgolf-Anlage in Brunn am Gebirge im Bezirk Mödling: Nach Lob der Landeshauptfrau zerpflückt die örtliche Volkspartei das Mega-Projekt vor den Toren der Bundeshauptstadt.
Mit dem „Nationalsport der Schotten“ hat die Topgolf-Anlage, die derzeit in Brunn am Gebirge im Bezirk Mödling entsteht, nur den Namen gemein. Profis in Karohosen und idyllische Fairways mit 18 Löchern sucht man hier nämlich vergeblich. Stattdessen rückt der dreistöckige Parcours auf 30.000 Quadratmeter den Spaßfaktor in den Mittelpunkt. Auf den mehr als 10 Abschlagplätze werden Getränke und Snacks serviert, 350 Bildschirme – das Prunkstück misst soll einmal stolze 34 Quadratmeter messen – zeigen Sportübertragungen aus aller Welt.
1200 Pkw-Fahrten pro Tag befürchtet
Doch Angebot kommt vor Ort nicht überall gut an: Neben der Rodung der Bäume und der Versiegelung der Wiese kritisiert die ÖVP nun, dass auch die Verkehrsverhandlung für das Mega-Projekt einfach durchgewunken wurde – sie fand einfach ohne Bürgermeister Andreas Linhart von der SPÖ statt. „Wir reden hier von 1200 Pkw-Fahrten pro Tag und Betriebszeiten bis 2 Uhr in der Früh“, kritisiert der schwarze Gemeinderat Oliver Prosenbauer.
Plötzlich fuhren Bagger auf und fällten Bäume. Und die Anrainer wussten nicht, wie ihnen geschieht.

ÖVP-Gemeinderat Oliver Prosenbauer in Brunn am Gebirge
Bild: ÖVP Brunn am Gebirge
Kauf des Areals durch Gemeinde platzte
Auch am Standort lässt er kein gutes Haar, befand sich hier einst mit dem Gewerkschaftsbad ein wichtiger Naherholungsraum für die Bewohner der Gemeinde. Bereits 2020 plädierten Prosenbauer und sein Team dafür, das Areal zu kaufen. Trotz vergleichsweise günstigen 10 Millionen Euro zu einer Niedrigzinszeit wurde daraus aber nichts.
Bürgermeister will sich Projekt „ansehen“
Der Bürgermeister selbst redet sich auf die Bezirkshauptmannschaft aus, bei der die Betriebsgenehmigung liegt. Er verstehe zwar die Bedenken der Bevölkerung, teilt er mit, man müsse sich „das Projekt jedoch erst einmal ansehen“. Gebaut wird aber bereits fleißig, die Gleichenfeier fand bereits vor einigen Wochen statt.
Pikant ist Prosenbauers Kritik allemal, hatte „seine“ Landeshauptfrau das Projekt zuletzt doch noch über den grünen Klee gelobt. „Ich freue mich, dass Topgolf einen Standort in Niederösterreich für ihre Pläne ausgewählt hat und damit viele Jobs in unserem Bundesland schafft. Die Standortwahl werten wir als Kompliment für den Wirtschaftsstandort“, so Johanna Mikl-Leitner im Mai. Sie erwartete sich auch einen Impuls für den Tourismus: „Da diese Anlage Gäste aus Nah und Fern anlocken wird.“
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