„Krone“-Salzburg-Chefredakteur Claus Pándi beleuchtet in seiner Kolumne „Betrifft Salzburg“ den Auftritt des britischen Skandal-Ex-Premierminister Boris Johnson beim Salzburg Summit – wenig überraschend gewohnt kritisch.
Heute beginnt wieder der „Salzburg Summit“. Der war eigentlich eine gute Idee. Vor fünf Jahren im Dunstkreis des Knall auf Fall abgetretenen Kanzlers Sebastian Kurz und der Industriellenvereinigung erfunden, sollte er dem schon etwas erschlafften „Europaforum Alpbach“ Konkurrenz machen. Dann kam in Alpbach unter der Führung des international bestens vernetzten „Erste“-Bankers Andreas Treichl frischer Wind auf. Die Salzburger Gegenveranstaltung blieb eine eher merkwürdige Gesellschaft. Viele Gäste reisten auch nur wegen der Aussicht auf einen Besuch bei den Festspielen an.
Vom Geist der Aufmerksamkeitsökonomie benebelt, sind die Veranstalter des „Salzburg Summit“ für heuer auf eine der denkbar schlimmsten Ideen gekommen: Sie luden als Redner den ehemaligen britischen Premier Boris Johnson ein. Genau den Clown, der das Vereinigte Königreich mit Manipulationen in den Brexit getrieben hat. Ein Exzentriker, der das ohnehin desolate Land in einen wirtschaftlichen Trümmerhaufen verwandelte. Ein Mann, für den Wahrheit nur ein Witz ist. Ein bis zuletzt verantwortungsloser Politiker, der während der Pandemie über die mit Krankenhäusern miserabel versorgte Insel einen knallharten Lockdown verhängt hatte, aber in der Downing Street rauschende Partys feierte.
Heute lebt Boris Johnson vor allem von seinen Reden, für die er auch schon einmal bis zu 300.000 Euro in Rechnung stellt. Okay, lustig ist er ja. Aber lustig ist das alles wirklich nicht. Es ist peinlich für Salzburg.
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