960 Arbeiter betroffen

Liebherr: Scheitert geplante Kurzarbeit in Lienz?

Tirol
20.07.2024 10:42

Osttirols größter Arbeitgeber will weit mehr als zwei Drittel seiner Mitarbeiter für drei Monate in Kurzarbeit schicken. Aufgrund der Ausgangslage könnte das jedoch scheitern. Die Gewerkschaft pocht auf eine Genehmigung.

Für ordentlich Unruhe sorgte die Meldung, dass die Liebherr Hausgeräte GmbH an ihrem Standort in Lienz von Oktober bis Dezember bis zu 960 Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken möchte. Die Gründe dafür sind laut Geschäftsführer Holger König rasch erklärt: „Die Hausgerätebranche befindet sich nach wie vor in einem schwierigen Marktumfeld.“

Nachfrage „brutal eingebrochen“
Aufgrund der rückläufigen Nachfragesituation sei der Markt für Kühlschränke „brutal eingebrochen“. Diese Maßnahme sei notwendig, um die Personalkapazitäten entsprechend anzupassen.

Die Geschäftsführung sei in engem Austausch mit der Personalabteilung sowie dem Betriebsrat. Am Osttiroler Standort werden immerhin rund 1340 Menschen beschäftigt. Bereits kommende Woche könnten nun mehr als 70 Prozent der Mitarbeiter beim Arbeitsmarktservice angemeldet werden.

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Kurzarbeit kann nach aktuellen Vorgaben nur für wirtschaftliche Ausnahmesituationen, die nachweislich vorübergehend sind, gewährt werden. Wir sehen aber natürlich die schwierige Lage für viele Betriebe.

Sabine Platzer-Werlberger, Landesgeschäftsführerin des AMS Tirol

Plan auf der Kippe, klares Pro der Gewerkschaft 
Ob das wie geplant über die Bühne geht, ist fraglich. Auf Anfrage der „Krone“ bestätigte man beim AMS, dass seit Juli 2022 keine Kurzarbeitsbeihilfe mehr bewilligt wurde. Seitens der Firma Liebherr liege zudem aktuell noch kein Begehren vor.

Und weiter heißt es: „Angesichts der Ausgangslage und der bisher vorliegenden Unterlagen ist die Genehmigung von Kurzarbeitsbeihilfe unrealistisch.“ Ein Dämpfer für den Arbeitsmarkt im Land? Dazu Sabine Platzer-Werlberger, Landesgeschäftsführerin des AMS Tirol: „Kurzarbeit kann nach aktuellen Vorgaben nur für wirtschaftliche Ausnahmesituationen, die nachweislich vorübergehend sind, gewährt werden. Wir sehen aber natürlich die schwierige Lage für viele Betriebe.“

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Die Kurzarbeit muss wieder so ausgestaltet werden, dass sie wieder von mehr Betrieben in Anspruch genommen werden kann.

Reinhold Binder, Bundesvorsitzender der Produktionsgewerkschaft (PRO-GE)

Gewerkschaft pocht auf Genehmigung
Klar dafür spricht sich Reinhold Binder, Bundesvorsitzender der Produktionsgewerkschaft (PRO-GE), aus und appelliert an Bundesminister Martin Kocher: „Die Kurzarbeit muss wieder so ausgestaltet werden, dass sie wieder von mehr Betrieben in Anspruch genommen werden kann.“

Liebherr selbst rechnet mit Anfang 2025 indes mit einer Entspannung der Situation. Dann läuft eine neue Produktionslinie an. Daher wolle man die Mitarbeiter nicht verlieren. Zudem will man auch an den Ausbauplänen in Lienz festhalten: Erst im September 2023 eröffnete man eine neue Lagerhalle sowie ein zusätzliches Verwaltungsgebäude.

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