Waffen gegen Bons
Kuriose Aktionen in den USA nach dem Newtown-Drama
In Los Angeles hatten die Behörden vor der Tauschaktion betont, die Teilnehmer müssten dabei keine Fragen befürchten, woher ihre Waffen stammten. Die Tauschwilligen reichten die Waffen einfach aus dem Autofenster heraus, im Gegenzug bekamen sie Gutscheine.
Für eine Handfeuerwaffe oder ein Gewehr gab es einen Gutschein über 100 Dollar, eine automatische Waffe wurde mit einem 200-Dollar-Coupon belohnt. "Die Resonanz ist sehr gut", sagte der Polizeibeamte Rudy Lopez. Teilweise hätten die Teilnehmer eineinhalb Stunden vor der Abgabestelle gewartet: "Die Leute wollen dazu beitragen, dass weniger Waffen auf den Straßen sind." Die gesammelten Waffen seien später eingeschmolzen worden, sagte Lopez.
Skurrile Gegenaktion der Lobby
Aktivisten der Waffenlobby wiederum versuchten während der Aktion, die Wartenden vom Tausch abzuhalten (Bild 2). Sie boten an, die Waffen zu kaufen, um sie "an eine Frau in Gefahr zu spenden", wie es auf einem Plakat hieß. Andere Kritiker monierten, dass die Teilnehmer vor allem ausgediente und kaputte Waffen abgeben würden, die sowieso nicht für kriminelle Aktivitäten benutzt würden.
In den USA wird nach dem Newtown-Massaker wieder leidenschaftlich über die Waffengesetze diskutiert. Am 14. Dezember hatte ein 20-Jähriger in einer Grundschule in dem Ort 20 Kinder sowie sechs Erwachsene und schließlich sich selbst erschossen. Zuvor hatte er zu Hause seine Mutter getötet.
Zeitung veröffentlicht Waffenbesitzer-Liste
Indes sorgt eine Lokalzeitung im US-Bundesstaat New York für Aufregung. "The Journal News" stellte am Donnerstag gemeinsam mit einem "Der Waffenbesitzer von nebenan" betitelten Artikel eine interaktive Karte mit Angaben zu mehr als 33.000 Waffenscheinbesitzern in ihrem Verbreitungsgebiet ins Netz. Um an die Informationen zu gelangen, hatte das Blatt Akteneinsicht bei den Behörden beantragt.
Nach der Veröffentlichung der Karte hagelte es Proteste von Waffenscheinbesitzern, die darin einen Eingriff in ihre Privatsphäre sehen. Die Journalisten seien "verantwortungslos", schimpften viele. Sie argumentieren, dass sie nunmehr selbst um ihre Sicherheit fürchten müssten. Außerdem weise die Zeitung mit ihrer Aktion Kriminelle darauf hin, in welchen Häusern sie mit bewaffneter Gegenwehr rechnen müssten. Ein Blogger veröffentlichte sogar die Adressen von Mitarbeitern der Zeitung.
Herausgeberin weist Kritik zurück
Die Herausgeberin von "The Journal News" wies die Kritik zurück und betonte, dass man sich die Daten auf legalem Wege verschafft habe. Die Leser hätten ein Recht zu wissen, ob ihre Nachbarn Waffen besäßen, meinte CynDee Royle – nicht zuletzt nach dem Amoklauf von Newtown. Sie sei sich aber natürlich dessen bewusst gewesen, "dass die Veröffentlichung der Daten kontrovers sein würde".
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