Die letzte Hoffnung ist gestorben: Rennrollstuhlfahrer Thomas Geierspichler darf nicht zu den Paralympics in Paris fahren. Den einen verbliebenen Quotenplatz bekam nicht der Anifer, sondern ein Kugelstoßer aus Niederösterreich. „Rolling Tom“ äußert deshalb auch Kritik.
Sportlich hat Rennrollstuhlfahrer Thomas Geierspichler das Limit für die Paralympics erbracht. Beim Bahnmeeting in Paris schaffte er auf die 400 Meter das High Performance Standard (HPS). Dennoch musste der Anifer aufgrund der geringen Anzahl an Quotenplätzen zittern. Seit Mittwoch herrscht Gewissheit: Der zweifache Paralympicssieger wird nicht an den Spielen in Paris 2024 teilnehmen. Der Grund? Der letzte Quotenplatz für Österreich ging an einen Kugelstoßer aus Niederösterreicher.
Kritik am Quali-System
„Es ist so bitter, dass ich trotz Erbringung des Limits nicht mitgenommen werde. Zuerst werden uns schier unerreichbare Qualizeiten vorgegeben, dann erreiche ich diese auch und werde trotzdem nicht mitgenommen. Bei uns wurden zwei unterschiedliche Sportarten zu einem Quotenplatz für Österreich zusammen reduziert, das finde ich nicht fair“, zeigt sich der 48-Jährige sichtlich enttäuscht. Vor allem auch deshalb, weil am Ende nicht die sportliche Leistung entschied, sondern ein Gremium. „Da ist man vom Wohlwollen anderer abhängig. Generell ist dieses Qualifikationssystem, wo zum Schluss ein Gremium über eigentlich qualifizierte Sportler unterschiedlichster Sportarten entscheidet, keinesfalls förderlich, um Menschen mit Behinderung für den Sport und Paralympics zu begeistern.“
Allgemein kritisiert der Anifer das Qualifikationssystem: „Eigentlich sollte man sich wie in anderen Sportarten über die Weltrangliste qualifizieren können, weil diese ein Spiegelbild der Leistungen in einer Saison ist.“
Doch „Rolling Tom“ gibt sich nicht geschlagen, sein nächstes Ziel hat er bereits fest im Blick: „Die Reise nach Los Angeles 2028 kann beginnen.“
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