Film-Diva Isabelle Huppert spielt im neuen Film „Madame Sidonie in Japan“ eine trauernde Witwe. Die „Krone“ sprach mit ihr über den neuen Streifen und ihren Glauben an das Spirituelle ...
„Krone“: Ihrem neuen Streifen „Madame Sidonie in Japan“ (ab Freitag im Kino) geht es um Trauer. Warum war Ihnen dieses Thema wichtig?
Isabelle Huppert: Meine Figur, Sidonie, konnte die Trauer um ihren Mann nie überwinden. Der Film zeigt, wie sie es nun doch schafft, und das ist gleichzeitig tragisch, aber auch voller Hoffnung.
Was hat Sie an dem Filmprojekt am meisten interessiert?
Es war ungewöhnlich, ein französischer Film, der in Japan gedreht wird. Natürlich zeigt sich, dass meine Figur erst sehr weit wegfahren muss, um zu sich selbst zu finden. Es war eine besondere Erfahrung.
In einigen Szenen spielen Sie mit einem Geist, denn der Witwe erscheint ihr verstorbener Ehemann. Wie schwierig waren diese Filmszenen für Sie?
Das war gar nicht so schwer. In den meisten Szenen war ich tatsächlich alleine (August Diehl, der den Geist spielt, wurde per Greenscreen eingefügt, Anm.), was mir geholfen hat, denn es sollte ja so aussehen, als ob ich mit jemandem spreche, der nicht wirklich da ist.
Glauben Sie selbst an Geister?
Nein, aber meine Figur im Film tut es.
Haben Sie sich schon einmal dabei erwischt, mit lieben Verstorbenen zu sprechen?
Ich denke schon. Wenn man jemanden verliert, ist derjenige natürlich weiter in den eigenen Gedanken. Vielleicht nicht jede Minute des Tages, weil man sonst verrückt werden würde. Vielleicht ist es auch das, was wir eigentlich mit Geistern meinen.
Trauer und neue Liebe kollidieren im Film. Was hat Ihnen daran gefallen?
Es ist unerwartet. Die Chance, dass sich zwei Charaktere wie in unserem Film treffen, ist eigentlich gering. Das passiert nur, weil Sidonie sich entscheidet, nach Japan zu reisen – also eine gute Ermutigung, mal zu verreisen und dabei ganz andere Persönlichkeiten kennenzulernen!
Kinofilme tun sich in Konkurrenz zu Netflix & Co. zunehmend schwer, Publikum anzuziehen. Was macht einen Kinobesuch für Sie weiterhin magisch?
Schon wenn man in ein Kino hineingeht, das bleibt für mich immer magisch, es gibt nichts Vergleichbares für mich. Das kann man überhaupt nicht damit vergleichen, sich einen Film im Fernsehen anzusehen. Kino ist ein Erlebnis für mich, sogar wenn mir der Film dann vielleicht nicht gefällt.
Welchen Ratschlag würden Sie heute einer jungen Schauspielerin am Beginn ihrer Karriere geben?
Sei neugierig! Und geh ins Kino, anstatt aufs Handy zu schauen.
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