Graz erhält eine neue Straßenbahnstrecke: Die Neutorgasse wurde dazu umgestaltet – das Riesen-Bauprojekt ist jetzt fertig. Die grüne Vizebürgermeisterin Judith Schwentner will das Neutorviertel weiter erneuern, Unternehmer fordern allerdings die Stopptaste.
Wer nicht in Graz lebt, der musste die Neutorgasse bisher nicht zwangsläufig kennen. Sie liegt zwar sehr zentral, war aber primär eine Durchzugsstraße für den Autoverkehr.
Und dennoch ist die Neutorgasse längst auch vielen außerhalb der Landeshauptstadt ein Begriff. Denn in den vergangenen eineinhalb Jahren wurde sie in einer „Riesen-Operation“ umgebaut: Ende 2025 fahren hier zwei neue Straßenbahnlinien, um das Nadelöhr Herrengasse zu entlasten.
„Es war natürlich eine zähe Zeit“
Die Bauarbeiten sorgten für Schlagzeilen. Unternehmer beklagten schlechte Erreichbarkeit und mangelnde Kommunikation, die Dauer des Projekts konnten viele nicht nachvollziehen. „Es war natürlich eine zähe Zeit, wir hätten die Chancen, die sich für das Viertel ergeben, besser kommunizieren können“, sagt die grüne Vizebürgermeisterin Judith Schwentner zur „Krone“.
Die Dauer verteidigt sie: „Die Arbeiten sind im Zeitplan. Es war ein riesiges Projekt.“ Sämtliche Leitungen wurden neu verlegt, der Straßenraum ist markant neu verteilt. Statt drei Spuren für den Kfz-Verkehr gibt es nur noch zwei – und auf diesen haben dann die Straßenbahnen Vorrang. Die Gehsteige sind breiter, ein Radweg darf nicht fehlen. „Das ist ein gewaltiger Mehrwert für die gesamte Innenstadt, die Wirtschaft wird profitieren“, ist Schwentner überzeugt.
Wo weiter gebaut wird
Der Bau der Bimstrecke ist noch lange nicht zu Ende: Bis November wird die Tegetthoffbrücke erneuert (am 14. Juli wird ein großes Brückenteil eingehoben), bis Ende 2025 folgen Belgier- und Vorbeckgasse auf der anderen Murseite.
Und auch das Neutorviertel bleibt im Fokus: Die kleine Neutorgasse ist schon eine Fahrradstraße, die Kaiserfeldgasse wird gerade zur Begegnungszone, der südliche Teil der Schmiedgasse umgestaltet. Im Fokus stehen zudem die Rauber- und die Albrechtgasse: Auch sie sollen noch verkehrsberuhigt werden.
„Menschen nicht überfordern“
Da schrillen bei Wirtschaftsvertretern die Alarmglocken: Sie fordern eine „Verschnaufpause für die Innenstadt“ und keine weiteren Baustellen. „Man sollte die Menschen nicht überfordern und die Situation in Ruhe evaluieren. Wir wollen 2025 eine Studie mit der Stadt“, sagt Viktor Larissegger von der Wirtschaftskammer. Am Donnerstag wurden 1700 Unterschriften an Schwentner übergeben.
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