Letzter Tag für den Flugwetterdienst beim Salzburger Flughafen: Im Verkehrsministerium wurde Protest aus Salzburg gegen die Absiedlung nicht erhört. Die Gewerkschaft vida wird klagen. Experten befürchten massive Einbußen bei den vollautomatischen Prognosen.
Der letzte Wetterbeobachter macht heute, Sonntag, bis 23 Uhr im Tower beim Salzburg Airport Dienst. Dann ist Schluss. Sensoren, Kameras und Kollegen aus der Ferne übernehmen. Viel Wissen über die lokalen Wetterverhältnisse geht verloren.
Es ist ein wichtiges Sicherheitsthema. Gerade in Salzburg brauchen wir aufgrund der speziellen Topografie die Experten vor Ort.
Sabine Klausner, SPÖ-Landtagsabgeordnete
„Wenn man es besonders nötig braucht, wird die Technik nicht funktionieren. Wie soll ein Gewitter eingeschätzt werden, wenn Starkregen Sensoren komplett verlegt?“, fragt sich Matthias Promegger, Fluglotse in Pension. Aufgrund der sehr speziellen Geographie mit dem Untersberg im Hintergrund können Piloten in Salzburg nicht vollautomatisch landen. Sie sind auf eine detaillierte Wetterprognose angewiesen.
Protest aus Salzburg wurde in Wien bisher nicht erhört
Seit Jahren kämpft Salzburg schon gegen die drohende Absiedelung. Es gibt Landtagsbeschlüsse, parlamentarische Anfragen und All-Parteien-Anträge. Die SPÖ-Abgeordnete Sabine Klausner legte jetzt noch mit einer Landtagsanfrage nach. Die Gewerkschaft vida will sogar klagen. Auch aus dem Büro von Landesrat Stefan Schnöll (ÖVP) kommt Kritik. Doch das Verkehrsministerium blieb dabei: Fünf Kollegen siedeln ab. Der Flughafen will nun genau beobachten, ob es Qualitätseinbußen gibt.
Mögliches Szenario: Flugzeuge könnten bei unsicherem Wetter vermehrt Warteschleifen ziehen müssen oder umgeleitet werden.
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