Im Semmering ist ein Ende der Grabungen in Sicht, es fehlen in einer Röhre nur noch 200 Meter! Ende 2029 sollen die ersten Züge fahren. Wie es jetzt auf der Baustelle weitergeht.
Vielleicht kann Gerhard Gobiet heuer besonders entspannte Weihnachten feiern. Vielleicht. Denn wenn alles gut geht, schaffen die Arbeiter in einem der beiden Semmeringtunnel-Röhren noch vor Jahreswechsel den finalen Durchbruch. Gut 200 Meter fehlen hier noch auf niederösterreichischer Seite. Etwa 300 Meter sind es in der zweiten Röhre. Dort soll der Vortrieb im ersten Quartal 2025 enden.
„99 Prozent der Grabungen sind erledigt“, sagt Gobiet, der für die ÖBB das Mega-Projekt leitet, im Gespräch mit der „Krone“. Auf der steirischen Seite feierte man ja schon im Sommer des Vorjahres den letzten Durchschlag.
Ein Kampf mit dem Berg
Die letzten Meter sind aber bekanntlich oft die schwierigsten, so ist es auch in diesem Fall. Im Bereich des Grasbergs befinden sich nämlich die vielleicht geologisch schwierigsten Verhältnisse der Ostalpen. Immerhin: Mit der sogenannten Grasberg-Nordrandstörung haben die Mineure die kniffligste Stelle bereits gemeistert, die noch zu bewältigende „Schlaglstörung“ ist aber ebenfalls herausfordernd.
Auf steirischer Seite ist man längst weiter: Hier wird auf Hochtouren die Innenschale des Tunnels errichtet. 35 von in Summe 55 Kilometern sind erledigt.
176-Millionen-Euro-Auftrag vergeben
Ein Meilenstein konnte in der vergangenen Woche verkündet werden: Der 176 Millionen Euro schwere Auftrag für die bahntechnische Ausrüstung ging an die beiden Firmen Rhomberg und Porr. Sie müssen nun bis September 2025 alles vorbereiten, um dann mit der Installation zu starten – beginnend vom Portal in Mürzzuschlag bis nach Gloggnitz (NÖ). Umfasst sind davon die Verkabelung, die komplette technische Ausrüstung und alle Sicherheitseinrichtungen.
Von März 2027 bis ins Jahr 2028 soll dann die feste Fahrbahn mit Schienen verlegt werden. In einem EU-weiten Vergabeverfahren wird Ende des heurigen Jahres der Zuschlag erfolgen – die Hersteller benötigen dann zwei Jahre Vorlaufzeit. Zuletzt folgen dann unter anderem noch die Oberleitung und die Beleuchtung.
„Aus heutiger Sicht schaffen wir die Inbetriebnahme des Semmering-Basistunnels mit Fahrplanwechsel im Dezember 2029“, ist Gobiet zuversichtlich – man ist sogar einige Monate vor dem Zeitplan. Die Kosten sind im Laufe des Projekts mehrmals gestiegen und liegen seit dem Vorjahr bei etwa 4,2 Milliarden Euro.
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