Metallica-Konzert

Nach Abreise-Chaos: Neues Konzept in Arbeit

Niederösterreich
05.06.2024 11:15

Knapp 60.000 Menschen pilgerten am Samstag nach Ebreichsdorf im Bezirk Baden, um unter anderem die Kult-Band Metallica live zu erleben. Bei der Abreise herrschte jedoch pures Chaos. In den nächsten Tagen soll ein neues Abreisekonzept präsentiert werden. 

Wartebereiche bei Bussen wurden gestürmt, Absperrungen ignoriert, wildes Gedränge, kollabierende Gäste – Panik machte sich bei der Abreise vom „Racino Rocks“-Festival in Ebreichsdorf im Bezirk Baden breit. In wenigen Wochen findet am selben Gelände das dreitägige Hip-Hop-Festival „Rolling Loud“ mit täglich etwa gleich vielen Besuchern statt. In den kommenden Tagen soll ein neues Abreisekonzept präsentiert werden. Eine Besprechung mit Einsatzkräften und Behörden gab es bereits.

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 Das Problem ist, dass sich die Leute nicht eingepfercht, eingesperrt oder unsicher fühlen dürfen. 

Bürgermeister Wolfgang Kocevar

Das Resümee war laut Ebreichsdorfs Bürgermeister Wolfgang Kocevar, der sich auch unter die 60.000 Metallica-Fans mischte, eindeutig: Die Anreise hätte hervorragend funktioniert, aber die Abreise müsse verbessert werden. „Jeder, der zu einem Großkonzert geht, muss damit rechnen, dass die Abreise einige Stunden dauert. Neue Wege-Konzepte, bessere Beleuchtung und Beschilderung sind aber notwendig. In den nächsten zehn Tagen soll ein neues Abreisekonzept vom Veranstalter präsentiert werden“, so Kocevar gegenüber Monatsrevue. 

Wenig Kritik aus Ebreichsdorf
Seitens der Bevölkerung hätte es wenig Kritik gegeben. Einige Anrainer in der Wiener Straßen seien nicht zu ihren Häusern gelangt, wegen Lärmbelästigung hätte es keine Beschwerden gegeben. 

Gemeinde ging leer aus
Ebreichsdorf selbst erhält durch das Mega-Event keinen Cent. Denn die Lustbarkeitsabgabe wurde 2017 abgeschafft. „Der Gemeinderat beschäftigt sich gerade damit und informiert sich, wie andere Austragungsgemeinden das handhaben. Es ist auch für die Gemeinde Pflicht, alle möglichen Abgaben zu erheben, solange die heimischen Vereine nicht betroffen sind“, so Kocevar.

Im Gegensatz zu Ebreichsdorf erhalten andere Städte oder Gemeinden – wie St. Pölten, Wiener Neustadt oder Krems – bei solchen Veranstaltungen einen prozentualen Anteil der Kartenerlöse. In Ebreichsdorf plane man diese Abgabe ebenfalls einzuführen, um den Aufwand, den es durch Besprechungen und Planungen gebe, zurückzubekommen, erklärt Kocevar. Im Juni soll sich der Gemeinderat damit befassen.

Ob die Gemeinde von dem Festival profitiert hätte, könne man nach dem ersten Konzert nicht sagen. „Wir müssen die zweite Veranstaltung abwarten und dann ein Resümee mit dem Veranstalter ziehen. Am Ende muss es natürlich auch für die Stadtgemeinde etwas bringen“, so Kocevar.

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