Augusto Góngora, chilenischer Journalist und Kritiker des Pinochet-Regimes, erhielt 2014 die Diagnose Alzheimer. Regisseurin Maite Alberdi zeigt in einem bewegenden Porträt seine letzten Jahre und die bedingungslose Liebe seiner Frau Paulina Urrutia, die ihn bis zu seinem Tod 2023 begleitete. Lesen Sie hier unsere Kino-Kritik zum fesselnden Doku-Film: „Die unendliche Erinnerung“.
Als der chilenische Politikjournalist und Autor Augusto Góngora, der im Laufe seiner Karriere ausführlich über die Verbrechen des Pinochet-Regimes berichtete, also seine Arbeit ganz der Wichtigkeit des Erinnerns verschrieb, im Jahr 2014 mit der Diagnose Alzheimer konfrontiert wird, mag er mit seinem Schicksal gehadert haben.
Doch er wird nicht alleingelassen damit, an seiner Seite ist die Schauspielerin und ehemalige Kultusministerin Paulina Urrutia – und sie wird Augusto begleiten durch das Schattenreich gedanklicher Auslöschung – bis zu seinem Tod.
In respektvoller Weise nähert sich Regisseurin Maite Alberdi diesem Paar an, das vor über zwei Jahrzehnten zueinanderfand. Wie sie den Niedergang von Augustos körperlichen und geistigen Kräften dokumentiert, geschah mit dessen ausdrücklichem Einverständnis.
Es ist dies das intime, zutiefst berührende Porträt einer Beziehung, ja auch einer Ehe, die uns zeigt, dass die bedingungslose Liebe der beiden zueinander durch Paulinas unermüdliches Entfachen von Augustos Erinnerungen – anhand von vielen kleinen Anekdoten – Bestand hat.
Augusto Góngora verstarb 71-jährig im Mai 2023. Die Erinnerung ist Identität, hat er einmal gesagt.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.