Start in Saison

Noch zeitgemäß? Die Grazer Messe auf dem Prüfstand

Steiermark
22.04.2024 08:00

Ab Samstag lockt die Frühjahrsmesse wieder Tausende nach Graz. Doch ist die Veranstaltung überhaupt noch zeitgemäß?

Viele Murstädter verbinden mit der Grazer Messe die HiFi-Halle, das Tscheppe-Fest, das Messeschlössl. All das ist längst Geschichte. Es sind Erinnerungen an eine Zeit, als der Besuch der internationalen Großveranstaltung noch ein Fixtermin im Jahreskalender war, auf den man wochenlang hingefiebert hat.

Die Zeiten haben sich geändert! Bestes Beispiel: Die HiFi-Halle, früher eine der großen Attraktionen, in der Jahr für Jahr Produktneuheiten aus dem Bereich Unterhaltungselektronik präsentiert wurden, ist zum Auslaufmodell geworden.

Auch wenn die Besucher- und Ausstellerzahlen bereits seit Längerem rückläufig sind – die Grazer Messe ist immer noch ein Wirtschaftsfaktor in der Landeshauptstadt. Sie generiert eine Wertschöpfung von rund 150 Millionen Euro im Jahr – von der Hotellerie bis zum Taxifahrer.

(Bild: Christian Jauschowetz)

In den letzten zwei Jahrzehnten hat die Stadt viel Geld in die Hand genommen, um die Messe-Infrastruktur zu modernisieren: Die Stadthalle (mit Platz für Tausende Besucher) wurde errichtet, die Messehalle A neu gebaut, die Freiluftarena B (eine unter Denkmalschutz stehende Holzhalle) renoviert.

Zahlreiche Investitionen in die Infrastruktur
Zur – zumindest teilweisen – Finanzierung dieser Großinvestitionen wurden Teile des Areals verkauft: auf einem dieser Grundstücke steht heute das Messequartier, eine große Wohnsiedlung. Auch der frühere Messeparkplatz in der Fröhlichgasse wird aktuell verbaut, auch dort entsteht ein neues Stadtquartier mit einer großen Tiefgarage, die mit der Messe unterirdisch verbunden sein wird.

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Es braucht endlich ein klares Bekenntnis der Bürgermeisterin zur Grazer Messe. Um konkurrenzfähig zu sein, wird man an weiteren Investitionen nicht vorbeikommen.

Kurt Hohensinner, ÖVP-Stadtobmann

Das letzte Puzzlestück der Neuaufstellung sollte der Neubau der Halle C sein. Kostenpunkt: rund 60 Millionen Euro. Unter dem früheren Stadtchef Siegfried Nagl (ÖVP) wurden die Pläne vorangetrieben, seit Elke Kahr Bürgermeisterin ist, herrscht Stillstand. Das sorgt mittlerweile sogar bei den von der Koalition nominierten Vertretern im Messe-Aufsichtsrat für Stirnrunzeln.

Der Grazer ÖVP-Chef Kurt Hohensinner (Bild: Christian Jauschowetz)
Der Grazer ÖVP-Chef Kurt Hohensinner

Warum braucht es die neue Halle? Der Altbestand ist baufällig, eine Sanierung macht jedoch keinen Sinn, weil er baulich die Anforderungen an eine moderne Messehalle (Raumhöhen etc.) nicht mehr erfüllt. Auch sonst herrscht bei der Grazer Messe dringender Handlungsbedarf: Das Defizit, das zwischenzeitlich gesenkt werden konnte, ist wieder gestiegen.

Grazer ÖVP verlangt „Messe-Strategie“
„Es braucht zunächst dringend einen Strategieprozess Messe 2030“, meint der Grazer VP-Chef, Stadtrat Kurt Hohensinner. Im Zuge dessen müsse über die zukünftige Ausrichtung nachgedacht werden.

Genau das verspricht KPÖ-Stadtrat Manfred Eber. Man habe den beiden Vorständen bereits im Vorjahr den Auftrag für einen Strategieprozess gegeben. „Daraus werden wir dann ableiten, in welche Richtung die Messe gehen soll – auch baulich“, heißt es aus dem Stadtratsbüro.

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