Weil Fico Nein sagt:

Slowaken sammeln Geld für Ukraine-Munition

Ausland
18.04.2024 10:39

Die Slowakei will unter der Führung von Ministerpräsident Robert Fico „keinen Schuss Munition mehr“ an die Ukraine senden. So lautete zumindest die Botschaft während des Wahlkampfs des linksnationalen Politikers im Vorjahr. Dieser Position bleibt seine Regierung auch weiterhin treu und will sich einer tschechischen Initiative zum Kauf von rund 500.000 Artilleriegranaten nicht anschließen. Dem widersetzen sich nun zahlreiche Menschen in der Slowakei und haben eine private Spendeninitiative gegründet.

Eine Gruppe namens „Mier Ukrajine“ (Frieden für die Ukraine) hatte eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben gerufen, die bereits binnen weniger Tage über eine Million Euro einsammeln konnte. Tausende Menschen, die sich bereits haben, wollen damit nicht nur der Ukraine helfen, sondern auch ein Zeichen gegen ihren ungeliebten Regierungschef setzen. „Wir können nicht akzeptieren, dass unsere Regierung unserem Nachbarn die Hilfe verweigert. Beweisen wir, dass die Slowakei nicht feige ist und auf der richtigen Seite der Geschichte steht, indem wir eine Spendensammlung für Munition veranstalten. Lassen Sie uns der Ukraine trotz unserer prorussischen Regierung helfen“, heißt es auf der Website der Spendenkampagne.

Prominente Unterstützung
Auch viele slowakische Prominente unterstützen diese – darunter ein 99-jähriger ehemaliger Partisanenkämpfer und Gefangener unter deutscher Besatzung. „Mit den Aggressoren war nicht zu verhandeln, sie mussten besiegt werden. Diese Erfahrung aus dem Zweiten Weltkrieg gilt auch für die Ukraine“, betont der 99-Jährige in einem Video zur Initiative. Auch Filmemacher und der ehemalige Außenminister Ivan Korčok gehören zu den Unterstützern.

Hier können Sie das Video des Ex-Partisanenkämpfers (auf Slowakisch) sehen:

Crowdfunding-Geld soll an tschechische Initiative fließen
Das gesammelte Geld soll als slowakischer Beitrag an die tschechische Munitionsinitiative, die von 20 Staaten unterstützt wird, fließen. Eher ausgeschlossen ist, dass Fico oder seine Ministerinnen und Minister (zumindest offiziell) spenden. Denn aus ihren Reihen vernimmt man seit Tagen Kritik an der Initiative. Arbeitsminister Erik Tomás meinte etwa gegenüber slowakischen Medien: „Wir alle wollen so schnell wie möglich Frieden. Munitionslieferungen an die Ukraine bedeuten keinen schnellen Frieden.“

Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico und Ungarns Regierungschef Viktor Orbán schicken keine Waffen bzw. Munition an Kiew. (Bild: APA/AFP/JOHN THYS)
Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico und Ungarns Regierungschef Viktor Orbán schicken keine Waffen bzw. Munition an Kiew.

Umweltminister Tomáš Taraba erklärte nach einer Kabinettssitzung wartenden Journalisten: „Gehen Sie in die Ukraine, nehmen Sie eine Maschinenpistole, wen wollen Sie moralisch überzeugen?“ Einem Fernsehreporter, der angab, aus dem Kriegsgebiet berichtet zu haben, entgegnete Taraba schroff: „Waren Sie in den Schützengräben? Sie hatten keine Waffe in der Hand. Welches Recht haben Sie, hier zu moralisieren?“

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