11.09.2012 08:11 |

Im Kosovo-Krieg

"Habe das Herz eines Gefangenen herausgeschnitten"

Das serbische Fernsehen hat am Montag ein Interview mit einem mutmaßlichen Zeugen des illegalen Organhandels während des Kosovo-Konflikts ausgestrahlt. Er selbst habe einem nicht unter Betäubung stehenden Gefangenen das Herz herausgeschnitten, sagte der Mann in dem Interview mit dem staatlichen Fernsehsender RTS.

Er sei dazu ausgebildet worden, ein Herz zu entnehmen, berichtete der Mann in albanischer Sprache. Das Gesicht des Interviewten war in dem Bericht nicht zu sehen, seine Stimme wurde verzerrt und seine Aussagen wurden mit Untertiteln auf serbisch übersetzt.

Zeuge wurde bereits angekündigt
Der serbische Staatsanwalt für Kriegsverbrechen, Vladimir Vukcevic, hatte der Nachrichtenagentur AFP zuvor gesagt, sein Land habe einen Zeugen, der die Entnahme eines Herzen von einem serbischen Gefangenen durch die Kosovarische Befreiungsarmee (UCK) bestätigen könne. Bei dem Zeugen handelt es sich laut Vukcevic um einen früheren UCK-Kämpfer, der unter dem Schutz der Justiz steht.

Die Operation zur Entnahme des Organs für den Verkauf auf dem internationalen Schwarzmarkt habe sich in den späten 90er-Jahren nahe der nordalbanischen Stadt Kukes ereignet, so Vukcevic weiter. Anschließend habe der Zeuge das Herz zum Flughafen von Rinas nahe der Hauptstadt Tirana gebracht.

Auch Regierungschef stand schon unter Organhandel-Verdacht
Der Sonderberichterstatter des Europarats, Dick Marty, hatte Ende 2010 UCK-Kommandeuren, einschließlich des aktuellen kosovarischen Regierungschefs Hashim Thaci, vorgeworfen, während des Kosovo-Krieges 1998 bis 1999 am Handel mit den Organen serbischer Gefangener beteiligt gewesen zu sein. Thaci wies die Vorwürfe zurück. Laut Marty gibt es einen engen Zusammenhang zwischen den Vorwürfen gegen Thaci und dem Skandal um die Medicus-Klinik in Pristina, die seit Oktober im Zentrum eines Prozesses wegen illegalen Organhandels steht.

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