In der Sonderlandtagssitzung des Kärntner Landtages am Dienstag dreht sich einmal mehr wieder alles rund um die hohen Stromkosten. Die Freiheitlichen orten einmal mehr kollektives Versagen bei der Kelag und bei der Landesregierung. Heftiger Gegenwind kommt von den Regierungsparteien.
„Wir wollen mit den Abgeordneten heute die Nagelprobe machen. Auf welcher Seite sie stehen. Auf der von den Energiekonzernen oder auf der Seite der Kärntner Bevölkerung“, sagt FP-Klubobmann Erwin Angerer, dessen Partei den Sonderlandtag forderte. Und dabei wollen die Blauen mit einem Dringlichkeitsantrag gleich das Kärntner Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz ändern.
Die Kärntner Landesregierung wird aufgefordert, das K-EIWOG (Kärntner Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz) mit dem Ziel eines verbesserten Kundenschutzes anzupassen und einen entsprechenden Entwurf dem Kärntner Landtag zur Beschlussfassung vorzulegen.
SP-Klubobmann sieht andere Probleme
Und während Angerer einmal mehr scharf gegen den Kärntner Energiekonzern Kelag schießt, sieht SP-Klubobmann Herwig Seiser ganz andere Probleme, welche die Bevölkerung belasten. „Es sind die Gaspreise und die anderen Lebenskosten, die extrem belasten“, sagt Seiser, der darauf verweist, dass die Landesregierung mit vollster Kraft versucht, den Kärntnern unter die Arme zu greifen.
Unterstützung erhält Seiser von VP-Abgeordneten Herbert Gaggl. „Ihr wollt beste Stromversorgung, aber kosten darf er nichts“, schießt das schwarze Urgestein gegen Angerer und seine freiheitlichen Kollegen. „Die Kelag ist ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor für unser Bundesland“, betont Gaggl.
Die gestörte Wahrnehmung der Roten und Schwarzen erreicht eine neue Dimension.
FP-Abgeordneter Josef Ofner
Team Kärnten fordert auch Preissenkung
Schützenhilfe erhalten die Freiheitlichen von Team Kärnten-Chef Gerhard Köfer. Der Klubobmann lobt Angerer und die FPÖ sogar, denn immerhin seien sie der Treiber gewesen, dass die Kelag ihre Preise senken wird. „Wir von Team Kärnten werden uns auch für eine weitere Strompreissenkung einsetzen“, so Köfer, der im gleichen Atemzug eine generelle Preissenkung fordert.
Hitziger Schlagabtausch eine Stunde lang
Doch nicht nur bei den ersten Rednern der Landtagsparteien kochen die Emotionen hoch. Auch die anderen Abgeordneten liefern sich einen heftigen Schlagabtausch. Und dabei ist eines ganz erkennbar: Die Koaliton zeigt sich geschlossen und teilt heftige, verbale Watschen gegen die Freiheitlichen aus.
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