Dass Wohnen vor allem in der Stadt Innsbruck teuer ist, weiß man nicht erst seit dem Beginn des Wahlkampfes (der eigentlich ja noch gar nicht begonnen hat, doch das ist eine andere Geschichte). Ein Mitgrund sind auch die vielen Leerstände. Darauf verweist die Liste Fritz. Die Neos sehen im System Benko Gleiche und Gleichere. Und das SOS-Kinderdorf Imst schlägt Alarm.
Die Liste Fritz hat nun eruiert, dass 3523 Wohnungen in Innsbruck leer stehen – das ist in etwa das O-Dorf. „Und das, obwohl in Innsbruck seit Jahren an allen Ecken und Enden gebaut wird“, ärgern sich GR Tom Mayer und seine Bürgermeister-Kandidatin LA Andrea Haselwanter Schneider. Nicht ständig grüne Wiesen zubetonieren, sondern den Leerstand beleben müsse das Motto sein. Sie verweisen auf das Land Vorarlberg, wo das Modell des „Sicheren Vermietens“ sehr gut funktioniere. „Doch bei uns redet man sich auf den Datenschutz aus. Das ist doch absurd. Zuerst erhebt die Stadt den Leerstand, dann soll das Anschreiben der Eigentümer aus Datenschutzbedenken nicht erlaubt sein. Datenschutz gibt es in Vorarlberg auch. Es fehlt der politische Wille bei Willi“, glaubt Mayer.
Saubere Politik gefordert
Für eine saubere Politik sprachen sich die Neos aus. „Mehr Transparenz bei den Wahlkampfkosten“, forderte die pinke Spitzenkandidatin Julia Seidl. Sie will von allen Fraktionen wisse, woher sie ihr Geld nehmen – und zwar unter Aufsicht des Kontrollamtes. Auch das Thema Benko warfen die Pinken am Mittwoch in die Schlacht um Innsbruck. „Es gibt in Innsbruck immer noch Gleiche und Gleichere. Ein Genehmigungsverfahren, das für Normalsterbliche mindestens sechs Jahre dauert, dauert bei Benko und seinesgleichen nur zwei Jahre. Auch das Finanzamt hat bei Benko und seinem Schlosshotel wohl das eine oder andere Auge zugedrückt“, behauptet Julia Seidl.
Aufschrei aus dem Kinderdorf
Auf den Anstieg psychischer Belastungen bei Kindern, Jugendlichen und Familien verwies am Mittwoch Christian Murer, der Leiter des SOS Kinderdorfes in Imst. Durch Corona, Kriege, Klimawandel und hohen Medienkonsum seien Familiensysteme auf eine harte Probe gestellt. Man fordert mehr Plätze für „Eltern-Kind-Wohnen“. Hier sei das Land Tirol in der Pflicht. „Derzeit gibt es in Imst in diesem Bereich Plätze für sechs Familien, zwei weitere seien zudem noch in Innsbruck ausgelagert“, sagt Andrea Worsch, die pädagogische Leiterin. „Wir bräuchten aber definitiv noch zwei weitere Plätze. Diesbezügliche benötigen wird dringend die öffentliche Hand und eine damit verbundene Finanzierung“, fordert Worsch.
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