„Krone“-Kritik

„Tatort“-Protokoll: Geisterfahrt der Emotionen

Unterhaltung
11.02.2024 16:00

Maria Furtwängler läuft im neuen „Tatort“ aus Göttingen zu schauspielerischer Hochform auf. In dem Krimi erfährt man viel über die Kommissare und ihre Geheimnisse - ob es sich lohnt „Geisterfahrt“ zu schauen, lesen Sie hier in unserem „Tatort“-Protokoll.

(Bild: kmm)

Ein Paketauslieferer fährt mit seinem Kleinlaster in eine Menschengruppe, es gibt mehrere Opfer, auch er selbst wird lebensgefährlich verletzt - das ist der Fall, in dem die Kommissarinnen Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) und Anaïs Schmitz (Florence Kasumba) im neuen „Tatort: Geisterfahrt“ (20.15 Uhr, ORF 2) ermitteln. Doch je länger der heutige Sonntagabendkrimi läuft, desto mehr dreht sich alles um eine Geisterfahrt der Emotionen. Wir erfahren einiges über die Ermittlerinnen und ihr Umfeld - und Lindholm realisiert, dass jemand, der ihr nahesteht, seine Ehepartnerin grausam misshandelt. Als sie dem Opfer ihre Hilfe anbietet, wird das Angebot energisch abgelehnt...

Furtwängler beschäftigt sich selbst seit Jahren mit dem Thema häusliche Gewalt und weiß, dass nicht nur im Sonntagabend-Krimi viele Frauen ihre Peiniger nicht melden: „Es ist nach wie vor so, dass gewaltbetroffenen Frauen häufig nicht geglaubt wird. Beispielsweise wird ihnen unterstellt, sie würden einen Mann zu Unrecht beschuldigen, um sich an ihm zu rächen oder Vorteile daraus zu gewinnen.“ Das sei eine verständliche, aber gleichzeitig untragbare Situation: „Sie führt dazu, dass die Täter ungestraft davonkommen.“

„Geisterfahrt“ widmet sich auch intensiv den schlechten Arbeitsbedingungen von Paketausfahrern, was allerdings gerade erst im vergangenen Dezember großes Thema im Kölner „Tatort: Des anderen Last“ war und sich neben dem anderen sozialkritischen Schwerpunkt nur schwer einfügt. Der Fall selbst gerät durch diese Agenda wie so oft zu sehr in den Hintergrund, auch wenn die schauspielerischen Leistungen von Furtwängler, Kasumba, Daniel Donskoy als Nick Schmitz und Bibiana Beglau als Tereza Liebig äußerst sehenswert sind. Regisseurin und Drehbuchautorin Christine Hartmann hätte gut daran getan, sich einen roten Faden in der Geschichte zu suchen und sich daran zu halten.

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