Besorgniserregende Nachrichten aus dem AKW Temelín nahe der Grenze zu Österreich: Der Kühlkreislauf eines Generators sei undicht geworden, weshalb der zweite Block des Kraftwerks vom Netz genommen werden musste. Die Bevölkerung sei stundenlang ohne Information gewesen, auch Österreich wurde nicht informiert.
Drei explosionsartige Schläge sollen bereits in der Nacht auf Dienstag die Bevölkerung nahe dem Atomkraftwerk Temelín aufgeschreckt und aus dem Schlaf gerissen haben, berichtet der oö. Umweltlandesrat Stefan Kaineder (Grüne).
Bewohner suchten bereits nach Jod-Tabletten
Die Bewohner der Region hätten sich wohl schon auf die Suche nach den im Ernstfall notwendigen Jod-Tabletten gemacht, heißt es in der offiziellen Mitteilung des Landes Oberösterreich. Erst Stunden nach dem Zwischenfall habe es per SMS Entwarnung geben, konkret um 7.30 Uhr früh.
Auslöser für den Lärm und die große Aufregung waren laut Kraftwerksbetreiber CEZ defekte Dichtungen im Kühlkreislauf eines Generators. Der Schaden war so groß, dass Block 2 vom Netz genommen werden musste.
Grenzstaat Österreich wurden gar nicht informiert
Die österreichische Staatsgrenze ist von Temelin gut 60 Kilometer entfernt. Umso verwunderter ist der oö. Umweltlandesrat Kaineder, dass es keine offizielle Information seitens der Tschechen gegeben habe.
Aufklärung gefordert
Kaineder zur „Krone“: „Anhand dieses Ereignisses sehen wir, wie die Kraftwerksbetreiber in Ausnahmesituationen reagieren. Nämlich viel zu spät. Gerade im Fall von Atomkraft und der Strahlengefahr ist eine derart lange Reaktionszeit nicht nur für die Anrainer unverantwortlich, sie kann im Ernstfall große Gefahr bedeuten. Ich fordere von den tschechischen Verantwortungsträgern Aufklärung, warum die Bevölkerung und die Grenzstaaten nicht umgehend informiert wurden.“
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