03.05.2012 16:20 |

Causa Timoschenko

EU-Kommission boykottiert EURO in der Ukraine

Aus Protest gegen die Politik von Präsident Viktor Janukowitsch wird die gesamte EU-Kommission der Europameisterschaft in der Ukraine fernbleiben. Das geht aus einer am Donnerstag von der EU-Delegation in der ukrainischen Hauptstadt Kiew veröffentlichten Erklärung hervor. Die Führung in Kiew steht wegen ihres Umgangs mit der inhaftierten Oppositionspolitikerin Julia Timoschenko massiv unter Beschuss.
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"EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso hat nicht die Absicht, in die Ukraine zu reisen oder an den Veranstaltungen im Zusammenhang mit der EURO 2012 teilzunehmen", hieß es in der auf der Facebook-Seite der EU-Vertretung veröffentlichten Erklärung. "Diese Haltung wird von allen EU-Kommissaren geteilt." Barroso selbst hatte bereits zuvor angekündigt, dass er nicht in die Ukraine reisen werde.

Protest gegen die Causa Timoschenko
Aus Protest gegen den Umgang der ukrainischen Behörden mit Timoschenko forderten bereits zahlreiche Politiker einen Boykott der Europameisterschaft in der Ukraine, die in wenigen Wochen gemeinsam mit Polen Gastgeberland ist. Gemeint war die Teilnahme von Politikern, nicht die Abhaltung der Spiele an sich. In Kiew soll überdies am 1. Juli das Endspiel ausgetragen werden.

Die an Bandscheibenproblemen leidende Timoschenko verbüßt in der Ukraine eine siebenjährige Haftstrafe wegen Amtsmissbrauchs. Die ehemalige Regierungschefin protestiert seit dem 20. April mit einem Hungerstreik gegen ihre Haftbedingungen. Sie wirft Präsident Janukowitsch vor, die Prozesse gegen sie seien ausschließlich politisch motiviert. Viele Politiker in der EU stimmen mit dieser Einschätzung überein.

Erst am Mittwoch hatte die österreichische Bundesregierung erklärt, EM-Spielen in der Ukraine geschlossen fernzubleiben (siehe Infobox).

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