Entdeckt wurde der "ertrunkene Fluss" mithilfe hydroakustischer Messungen an Bord von Forschungsschiffen. Mit Sedimentproben und von speziellen Geräten - etwa sogenannten Fächerecholoten - gesammelten Daten über die Tiefe und Beschaffenheit des Meeresboden konnten die Geologen Peter Feldens und Klaus Schwarzer den Flusslauf (blau dargestellt) kartieren.
Dieser ist mehrere Hundert Meter breit und bis zu dreißig Meter tief. "Die Durchflussraten entsprachen in etwa denen der heutigen Elbe", sagt Feldens, der Flußlauf sei allerdings zu großen Teilen mit eiszeitlichen Ablagerungen sowie nacheiszeitlichen Sedimenten gefüllt.
Vor über 10.000 Jahren trennten natürliche Schwellen den Baltischen Raum von der Nordsee. Bisher hatte man angenommen, dass der Durchbruch einer dieser Schwellen zwischen der deutschen Halbinsel Darß und der dänischen Insel Falster - die sogenannte Darßer Schwelle - die Verbindung herstellte. Der Fund des Flusslaufs widerlegt diese Theorie. Die Grenze dieses Ancylusees – einem Vorläufer der Ostsee – müsse nach der Entdeckung des Flusslaufs im Fehmarnbelt nun wesentlich weiter nordwestlich vermutet werden, schreiben die Forscher in der renommierten Fachzeitschrift "Continental Shelf Research".
Der sogenannte Fehmarnbelt verbindet als Seeweg den Großen Belt und die Kieler Bucht als Kiel-Ostsee-Weg mit den Gewässern der Mecklenburger Bucht und der östlichen Ostsee.
Bild: Peter Feldens, CAU
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