„Diskriminierung“

Jetzt auch Warnung vor Kult-Komiker Otto Waalkes

Society International
17.08.2023 14:52

Mit den Schmähs von Otto Waalkes sind Generationen aufgewachsen. Doch die Witze des ostfriesischen Blödlers sind jetzt nur noch mit Vorsicht zu genießen - zumindest, wenn es nach dem WDR geht.

Der deutsche Sender stellte mehrere Ausgaben der „Otto-Show“ aus den Jahren 1973 und 1974 in seiner Mediathek den TV-Zuschauern zur Verfügung. Doch bevor sich die Zuschauer an den Witzen des 75-Jährigen erfreuen dürfen, gibt es vom öffentlich-rechtlichen Sender einen „Warnhinweis“ mit auf den Weg.

„Diskriminierende Sprache und Haltung“
In diesem heißt es: „Das folgende Programm wird, als Bestandteil der Fernsehgeschichte, in seiner ursprünglichen Form gezeigt. Es enthält Passagen mit diskriminierender Sprache und Haltung“ bzw. „Passagen, die heute als diskriminierend betrachtet werden“.

Dabei wirbt der WDR auf seiner Webseite eigentlich mit „Ottos originellen, selbst verfassten Liedern, Parodien, Gags und Blödeleien“. Außerdem damit, dass man die Shows „ungekürzt und friesisch-derb“ zeige. 

Otto witzelt über Frauen und Chinesen
Welche Passagen dem Sender schlussendlich doch zu heiß geworden sind, das geht aus der Warnung freilich nicht hervor. In der „Otto-Show 2“ von 1974 spricht der Komiker aber etwa über die Pille für die katholische Frau, die 3,5 Tonnen wiege. „Die können sie vor ihre Schlafzimmertür schieben“, scherzte Otto.

Auch ein „altes chinesisches Liebeslied“ macht Otto in seinen Gags unter anderem zum Thema, erklärte: „Das Stück heißt Ping-Pong. Die Frau verkörpert das kosmische Prinzip des Ping, während der Mann dabei an den Pong fasst.“

„In ursprünglicher Form“ gezeigt
Aber kann der Zuschauer Gags wie diese, die mittlerweile rund 50 Jahre alt sind, nicht gut selbst einordnen, oder ist tatsächlich eine offizielle Warnung nötig, fragte die „Bild“ beim WDR nach.

„Beliebte Programme und Kultsendungen aus unserem Archiv zeigen wir regelmäßig. Dazu gehört auch ,Die Otto-Show‘ ab 1973. Die Programme werden in ihrer ursprünglichen Form gezeigt“, hieß es vom Sender - und weiter: „Sie enthalten Passagen, die heute als diskriminierend betrachtet werden. Mit der Einblendung zu Beginn machen wir das deutlich und ordnen das Format dementsprechend ein.“

Otto Waalkes reagiert auf Warnung
Die Reaktion des Komikers selbst fiel anders aus: „Das ist nun ein halbes Jahrhundert her“, so Waalkes zur „Bild“. „Die Moralvorstellungen haben sich seit 1970 gewandelt, jede Zeit hat ihre eigenen Tabus. Komik hat ja immer etwas Anstößiges, weil sie alltägliche Regeln verletzt. Ich war damals Student und habe Scherze gemacht, von denen sich vor allem Autoritäten verletzt fühlten.“

Otto stürmte wieder die Charts
Waalkes zählt zu den erfolgreichsten Komikern Deutschlands. Am 22. Juli feierte er seinen 75. Geburtstag und kann auf eine jahrzehntelange Karriere zurückblicken. Dass Otto aber längst nicht zum alten Eisen gehört, das bewies er erst heuer wieder. Denn sein Hit „Friesenjung“ schaffte es - dank eines Remixes zweier junger Rapper und TikTok - zurück an die Spitze der Charts.

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(Bild: kmm)



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