Theaterfestival

Ewige Antike, Krieg und Liebe in Carnuntum

Bühne
17.08.2023 10:04

„Art Carnuntum“-Leiterin Constantina Bordin glaubt an die Aktualität des antiken Theaters. Das Festival startet am 18. August in Petronell-Carnuntum.

kmm

„Robert Wilson, der große Theatermacher, war der Erste, der meinen Eltern zu meiner Geburt Glückwünsche gefaxt hat. Er war auch der Erste, der mir zu meinem Sohn gratuliert hat“, erzählt Constantina Bordin. Die 27-Jährige hat Philosophie, Byzantinistik und Neogräzistik studiert.

Seit 2021 ist sie eine der weltweit jüngsten Festspiel-Leiterinnen und führt nach dem Tod ihres Vaters das von ihm 1989 gegründete Welttheater-Festival „Art Carnuntum“ weiter. Schauspiel- und Theatergrößen wie Tony Harrison, Sir Peter Hall, Peter Brook, Gerárd Depardieu, Peter Stein, Theodoros Terzopoulos und eben Robert Wilson haben über die Jahre für die internationale Reputation des in Zentraleuropa einzigartigen Festivals gesorgt.

„Ich habe das Theater mit der Muttermilch aufgesogen“
Weiterzumachen war für Constantina Bordin eine bewusste Entscheidung: „Ich habe das Theater mit der Muttermilch aufgesogen. Eine ganz fantastische Welt. Ich musste früh schon sehr große Verantwortung übernommen. Mit 15 war ich für alle internationalen Kontakte verantwortlich, später arbeitete ich auch bei anderen Institutionen wie dem Globe Theatre oder dem Attis Theatre von Theodoros Terzopoulos. Es ist wichtig, dass ,Art Carnuntum‘ weiterlebt“, sagt Bordin.

Diese Lebendigkeit möchte Constantina Bordin in ihrem heurigen Programm zeigen. Es ist das erste komplett von ihr verantwortete. Die Saison 2021 war eine Hommage an den Vater, und im letzten Jahr machte sie Baby-Pause.

„Antigone“ im antiken Amphitheater zur Eröffnung 
Mit der „Antigone“ von Sophokles wird an diesem Freitag im antiken Amphitheater in Petronell eröffnet. Am Samstag folgt mit den „Persern“ von Aischylos der wohl berühmteste und früheste Kriegsbericht. Beides sind Arbeiten von Regisseur Savvas Stroumpos und seiner Gruppe Point Zero - und damit von Vertretern der jüngeren Generation, die sich mit dem antiken Theater beschäftigt. Bordin glaubt nämlich auch an eine Theaterleidenschaft ihrer Altersgenossen:  „Es ist wichtig, dass wir die Aktualität nicht vergessen, und dass es lebendig ist. Immer wieder die gleichen Stücke durchzukauen, ohne sie als Teil der Gesellschaft wahrzunehmen und sich selbst darin zu spiegeln, macht wenig Sinn.“

Daher hat sie auch die Produktion „Anwälte der Natur“ von Frank Raddatz eingeladen, ein Abend über die Natur und unseren Umgang mit ihr. Zum Finale führt sie den Shakespeare-Schwerpunkt weiter. Diesmal mit „Romeo und Julia“, wie zu Uraufführungszeiten dank The Lord Chamberlain’s Men nur von Männern gespielt.

Der Festivalstart ist am 18. August, Karten und nähere Informationen gibt es hier

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