10.01.2012 13:18 |

Trotzt der Krise

Mafia ist "solideste Bank Italiens" mit 65 Mrd. € Liquidität

Die Mafia ist "Italiens solideste Bank", zumindest wenn es nach dem Jahresbericht des Kaufleuteverbands Confesercenti geht. Das organisierte Verbrechen kann demnach mit einer Liquidität von 65 Milliarden Euro rechnen, so viel wie kein Geldhaus im Stiefelstaat. "In dieser Krisenphase ist die Mafia AG die einzige Struktur, die über liquide Mittel für Investitionen verfügt", warnte Confesercenti-Präsident Marco Venturi.

Die Mafia sei Italiens Unternehmen mit dem höchsten Umsatz und nutze die Krise, um immer tiefer in das Wirtschaftssystem in Nord- und Mittelitalien einzudringen, erklärte Venturi zudem. Wie aus der Studie hervorgeht, steht die Kriminalität in dem Mittelmeerland mit 140 Milliarden Euro Umsatz für sieben Prozent des Bruttoinlandsproduktes.

Der Jahresbericht von Confesercenti nannte illegale Müllentsorgung, Schutzgelderpressung, illegalen Geldverleih, Diebstahl, Betrug und Schmuggel als Hauptgeschäftsbereiche der kriminellen Organisationen.

Mafia dringt nahezu in alle Geschäftsbereiche ein
Die Mafia dringe jedoch auch immer tiefer in den Verkehrs- und Logistikbereich sowie in die Glücksspielbrache und in den Sport ein. Täglich wandern enorme Summen von den Taschen der italienischen Unternehmer und Kaufleute in jene der Mafiosi. Eine Million Unternehmer seien bereits Opfer der Mafia.

Die Mafia bereichere sich immer mehr auch durch Produktpiraterie und illegale Bauten, deren Umsatz auf zehn Milliarden Euro geklettert sei. Confesercenti warnte auch vor einer zunehmenden Unterwanderung legaler Betriebe durch mafiöse Organisationen. Dies betreffe sogar große Unternehmen, vor allem Baufirmen, die lieber mit der Mafia zusammenarbeiteten, als deren Erpressungen anzuzeigen, hieß es.

Auch in der Lebensmittelbranche habe die Mafia in manchen Regionen Süditaliens die Kontrolle übernommen, geht aus dem Bericht hervor. So seien die Preise vieler Landwirtschaftsprodukte vom Organisierten Verbrechen bestimmt. Zudem mische die Mafia auch durch gepantschte Produkte den Lebensmittelmarkt auf, wie aus einem am Wochenende veröffentlichten Bericht hervorgeht (siehe Infobox).

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