Sommerszene Salzburg

Altstadt als Großbühne mit bunter Kulturparade

Salzburg
26.06.2023 08:00

Come as you are - so hat es die Sommerszene dieses Jahr mit ihrem Titel aufgetragen, also zu kommen, wie man ist. Zum Finale des Festivals hat die Künstlerin Marinella Senatore diesem Aufruf noch einmal alle Ehre gemacht. Anstelle der üblichen Abschlussperformance machte sie am Samstag die ganze Altstadt zur Bühne.

Normalerweise ist der Toscaninihof auch im Hochsommer einer der wenigen nicht überlaufenen Orte in der Salzburger Altstadt. So voll mit Menschen wie am Samstagnachmittag war er schon lange nicht mehr, denn von dort aus startete die dreistündige Kulturparade, die im Rahmen von Senatores „School of Narrative Dance“ während der Sommerszene entstanden war. Die Italienerin hat sich mit ihren Stadtchoreografien einen Namen in der Branche gemacht und sie auf Einladung großer Metropolen und Institutionen auch schon bei der Biennale di Venezia, Paris und New York initiiert. Dafür ruft sie die jeweiligen Bewohner einer Stadt auf, sich kreativ zu beteiligen. Wie das Ergebnis letztlich aussieht, überlässt die Künstlerin weitgehend den Beteiligten. Sie selbst will allein den Denkanstoß geben, sich mit der eigenen Stadt, den eigenen Möglichkeiten und dem eigenen Lernprozess auseinanderzusetzen. Am Ende konnte sie mit dieser Idee über 350 Salzburger Musiker, Tanzgruppen und Kunstvereine begeistern.

Koproduktion mit dem Museum der Moderne
Die Sommerszene hat das Projekt in Koproduktion mit dem Museum der Moderne auf die Beine gestellt, das wiederum die vorausgegangenen kostenlosen Workshops während des Festivals ermöglichte. Ganz einfach kommen und machen wie man ist, reichte dann doch nicht. Neben heimischen Namen, wie die inklusive Tanzgruppe „Blaue Hunde“, oder dem Verein „Tango in Salzburg“ fanden sich im Programm neben der Künstlerin selbst auch internationale Gäste, die zum Austausch einluden.

Die italienische Künstlerin Marinella Senatore brachte ihre legendären Stadtchoreografien zur Sommerszene nach Salzburg. (Bild: Christina Almeida)
Die italienische Künstlerin Marinella Senatore brachte ihre legendären Stadtchoreografien zur Sommerszene nach Salzburg.

Unwissenheit und Neugierde
Außer Marinella Senatore und ihrem Team wusste am Samstagnachmittag im Toscaninihof aber letztlich niemand so genau, was nun passieren würde und so hielt man es am besten mit Franz Beckenbauer: „Schau’n mer mal.“ Unwissenheit und Neugierde hielten das Publikum letztlich drei Stunden bei der Stange. Die erste Einlage einer Gruppe Jodler bewirkte einen künstlerischen Dominoeffekt, der vom Festspielbezirk über den Residenzinnenhof, weiter zum Mozartplatz eine Performance nach der anderen auslöste.

Den Zug der Schaulustigen, vorbei an Trapezkünstlerinnen, Chören, irischen Volkstänzerinnen oder einem Streichoktett führte dabei abwechselnd eine Brass Band und eine Samba Gruppe an. Hatte man die einmal in der Menschenmenge verloren, reichte meist ein Blick aufs nächste Dach, denn auch eine Gruppe Parcours-Läufer begleitete die Parade mit spektakulären Sprüngen und Figuren an den Gebäuden. Seinen Abschluss fand das bunte Treiben in der Kollegienkirche, in der sich noch einmal alle Beteiligten und Zuschauer zum großen Showdown versammelten. Ein Anliegen ihrer Tätigkeit ist es Marinella Senatore immer, durch das gemeinschaftliche Handeln ein kollektives Gedächtnis zu generieren. Salzburg wird diese Parade definitiv noch ein Weilchen in Erinnerung bleiben.

Larissa Schütz

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