Innenstädte leiden

Wachsen der Einkaufstempel bereitet Handel Sorgen

Burgenland
20.06.2023 18:55

Dass immer mehr Einkaufszentren an den Ortsrändern entstehen, stellt eine Gefahr für die Innenstadt-Geschäfte dar. Nun werden Maßnahmen dagegen gefordert.

Es ist eine Entwicklung, die bereits seit Jahrzehnten vonstatten geht und wohl auch nicht zu stoppen ist: Schon 2009 hatte das Burgenland unter allen Bundesländern den höchsten Anteil an Verkaufsfläche außerhalb des Kernbereichs. 80 Prozent der Fläche befand sich damals an den Streu- und Peripherielagen. Seither ist sie sogar noch gewachsen. Mittlerweile ist der Anteil an innerstädtischer Verkaufsfläche auf 12 Prozent (2022) geschrumpft. Kein Wunder also, dass man sich nun ernsthaft Sorgen um die Zukunft macht.

Niederösterreich nascht mit
Im Bezirk Mattersburg etwa bleibt von 234 Millionen Euro an Kaufkraft nur die Hälfte bei den Handelsbetrieben des Bezirks, wie eine aktuelle Analyse der Wirtschaftskammer Burgenland zeigt. „Mitanbieterzentren“ in Niederösterreich, der Internethandel und heimischer Mitbewerb schnappen sich den Rest. Besser sieht es im Bezirk Eisenstadt Umgebung (inkl. Eisenstadt und Rust) aus. 70 Prozent des Kaufkraftvolumens bleiben im Bezirk. Dennoch sinkt beispielsweise in der Landeshauptstadt der Anteil der innerstädtischen Verkaufsfläche: Waren es 2009 noch 20 Prozent, so waren es im Vorjahr nur mehr 14 Prozent.

100.000 Quadratmeter Verkaufsfläche
Eisenstadt erweist sich trotz allem noch als gut aufgestellt: Über 200 Verkaufsstellen gibt es hier, die gesamte Verkaufsfläche macht stolze 100.000 Quadratmeter aus - dreimal mehr als in Mattersburg. Da wie dort würden aber die „Handelsagglomeration“ rund um die Peripherie eine Gefahr für die Geschäfte im Kern darstellen, legt das aktuelle Gutachten nahe.

Obleute Eckhardt und Nechansky mit der Kaufkraftstudie. (Bild: WK Bgld.)
Obleute Eckhardt und Nechansky mit der Kaufkraftstudie.

Strengere Regeln
Gefordert werden daher rechtliche Maßnahmen, um den Wildwuchs an den Rändern einzudämmen und die Kerne wieder zu stärken. Bei Großprojekten am Rand soll eine „sensible Ansiedelungspolitik“ betrieben werden. Bevor Einkaufs- oder Fachmarktzentren auf die „grüne Wiese“ gestellt werden, soll geprüft werden, wie sich diese auf die Betriebe in der Nähe auswirken werden - und besonders auf den Orts- oder Stadtkern. Und es werden konkretere rechtliche Vorgaben gefordert: Der Erhalt der Innenstädte und Ortszentren soll nicht nur ein „Lippenbekenntnis“ bleiben, betonen die Regionalstellenobleute Melanie Eckhardt und Franz Nechansky. 

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