Ein Kommentar von Salzburg-„Krone“ Chefredakteur Pandi zur Angelobung von Landeshauptmann Wilfried Haslauer.
„Die Zeit fault und kreißt zugleich. Der Zustand ist elend oder niederträchtig, der Weg heraus krumm. Kein Zweifel aber, sein Ende wird nicht bürgerlich sein.“
So beginnt Ernst Bloch sein berühmtes Buch „Erbschaft dieser Zeit“. Der in der Pfalz geborene Philosoph überlebte die Nazi-Herrschaft unter finanziell prekären Umständen in den USA - und hielt dennoch auch in der dunkelsten Zeit am Prinzip Hoffnung fest.
Bloch fürchtete aber die nachlassende Aufmerksamkeit für die politischen Vorgänge, eine völlige Ermattung. Er beschrieb den Matten so: „Er mag nicht mehr. Aber sieht nirgends, wie und wo. So lässt sich der abhängige Mann weiter benützen. Hält sich für einen anderen, als er ist.“
Diese Zeilen von Bloch können einem in den Sinn kommen, wenn man die Rede des Bundespräsidenten zur Angelobung von Wilfried Haslauer zum Landeshauptmann hört und liest.
Alexander Van der Bellen entwickelt sich immer mehr zum Orakel in der Hofburg.
Was will der erste Mann im Staat uns wissen lassen, wenn er bewusst betont „Lieber Wilfried“, sagt?
Meint es Van der Bellen ironisch? Genießt Haslauers Regierung das Vertrauen von Van der Bellen? Hält Van der Bellen die Landesregierung mit einem Koalitionspartner, dessen geistiger Anführer ihn eine senile Mumie nannte, für eine Säule der Republik?
Man kann Alexander Van der Bellens Rede als raffiniert bezeichnen. Oder als rätselhaft. Das sollte sie nicht sein in einer Zeit, in der schon genügend Mangel an Klarheit herrscht.








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