Gegen russische Zensur

Zeitung versteckt Nachrichten in Videospiel

Ausland
04.05.2023 10:53

Eine finnische Zeitung hat einen Weg gefunden, um die strenge Zensur Moskaus zu umgehen: „Helsingin Sanomat“ nutzt das beliebte Videospiel „Counter Strike“, um Nachrichten auf Russisch in seinem Nachbarland zu verbreiten.

Seit Beginn des Invasionskriegs in die Ukraine betreibt der Kreml eine strenge Zensur: Webseiten westlicher sowie unabhängiger heimischer Nachrichtenportale werden blockiert, freie Berichterstattung unterdrückt und nur noch die staatlich regulierte Propaganda zugelassen.

Ein Screenshot aus dem Videospiel „Counter-Strike: Global Offensive“ (Bild: steamcommunity.com)
Ein Screenshot aus dem Videospiel „Counter-Strike: Global Offensive“

Das macht es für die russische Bevölkerung schwer, an unabhängige Nachrichten über den Krieg zu kommen.

Auch die Webseite der Zeitung „Helsingin Sanomat“ ist von der Blockade von Moskaus Behörden betroffen und kann in Russland nicht abgerufen werden. Doch das Blatt hat einen neuen, ungewöhnlichen Kanal gefunden, um interessierte Leser zu informieren - sie müssen aber ein Fan von dem Shooterklassiker „Counter Strike“ sein. In Russland spielen es immerhin vier Millionen Menschen, insbesondere in den Metropolen Moskau und St. Petersburg.

Nachrichten sind im Keller in virtuellem Gebäude versteckt
„Während ,Helsingin Sanomat‘ und andere ausländische unabhängige Medien in Russland gesperrt werden, sind Online-Spiele vorerst nicht verboten“, so Antero Mukka, Chefredakteur der finnischen Zeitung. Man kann in dem Shooter-Game benutzerdefinierte Karten erstellen. „Also bauten wir eine slawische Stadt namens Wojna, was auf Russisch Krieg bedeutet", sagte Mukka. In einem Gebäude dieser Stadt gibt es im Keller einen Raum, in dem Spieler Nachrichten auf Russisch lesen können - die Wände in dem virtuellen Raum sind mit Artikeln und Fotos dekoriert.

2000 Mal Downloads binnen weniger Tage
In dem Raum findet man beispielsweise Berichterstattung zu dem Massaker in den ukrainischen Städten Butscha und Irpin. „Informationen, die im Propaganda-Apparat des russischen Staates nicht verfügbar sind“, führt der Chefredakteur aus. Die Karte sei bereits mehr als zweitausendmal heruntergeladen worden, seit sie am Montag veröffentlicht wurde. „Dies zeigt, dass jeder Versuch, den Informationsfluss zu verhindern und die Öffentlichkeit in die Irre zu führen, in unserer modernen Welt zum Scheitern verurteilt ist“, so Mukka.

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