„Freundschaftstour“

Doskozil sicher: „Keine Koalition mit der ÖVP“

Österreich
24.04.2023 06:56

Heute startet die SPÖ-Befragung. Am Wochenende wurde mobilisiert, was Hans Peter Doskozils Stimme hergab.

Es ist knapp vor 20.30 Uhr. Samstagabend. Hans Peter Doskozil betritt im steirischen Köflach das Kulturcafe. Die vierte Station der „Freundschaftstour“ allein an diesem Tag. Der Countdown läuft: 36 Stunden sind es noch, bis die SPÖ-Mitgliederbefragung startet. Es gilt, so viele Mitglieder wie möglich an diesem Wochenende zu mobilisieren.

Doskozil und auch Konkurrent Andreas Babler touren durchs Land, jeder spult über 800 Kilometer innerhalb von 48 Stunden ab.

Vier Auftritte an einem Tag - Doskozils Stimme hält
SPÖ-Mandatar Max Lercher fungiert als Einpeitscher. Mit viel Pathos erklärt er, warum „nur Doskozil Mehrheiten verschieben“ kann und warum „nur Doskozil Kanzler kann“.

Mit weit weniger Dramatik in der Wortwahl geht es Doskozil an. „Ihr könnt mich alles fragen - von der Stimme bis zum Mindestlohn.“ Da ist sie, Doskozils Schwachstelle, die Stimme - hält sie? Immerhin ist es der vierte Auftritt vor Publikum an diesem Tag. Sie hält, wenn sie auch in manchen Momenten etwas leise wirkt.

Als erstes Narrativ packt Doskozil eine Begegnung mit einem Tiroler Arzt in Kopenhagen aus. Der Arzt sei nach Dänemark „geflüchtet“, weil es hier eben keine Zwei-Klassen-Medizin wie in Österreich gebe. Für sechs Millionen Dänen gibt es nur eine Krankenkassa. Der dänische Staat gebe jedem Patienten eine Garantie, dass die benötigten Behandlungen innerhalb eines bestimmten Zeitraumes stattfinden. Doskozil wirft der SPÖ-Spitze vor, von der Abschaffung der Zwei-Klassen-Medizin zwar viel zu reden, aber nicht in die Gänge zu kommen. In der Pflege will er keinen Stein auf dem anderen lassen. Mit Pflege dürfe kein Gewinn gemacht werden, und sie müsse gemeinnützig funktionieren.

Finanzminister soll künftig wieder die SPÖ stellen
Sein nächstes Ziel: den Fliesenleger - als Synonym für den Arbeiter - wiederzugewinnen. Der Fliesenleger, von dem Doskozil erzählt, ist heute sein Chauffeur. „Beim Wechsel von Schilling auf Euro hat er 28.000 Schilling verdient. Dann hat die Gewerkschaft einen neuen Kollektivvertrag verhandelt, und er verdiente nur mehr 1300 Euro. Ab diesem Zeitpunkt musste er pfuschen gehen.“ Der beste Beweis für Doskozil, ein Mindestlohn von 2000 Euro netto. „Damals haben die Unternehmen auch verdient.“

Alles Ankündigungen, die die Genossen mit Applaus goutieren. Bei einem Satz trifft Doskozil besonders den Nerv. „Für eine Koalition mit der ÖVP gebe ich mich nicht her.“ In einer Regierung will Doskozil nicht nur den Kanzler, sondern auch Schlüsselpositionen wie den Finanzminister. Da bleiben Doskozil dann nur mehr Grüne und NEOS für eine Koalition, nachdem er auch nicht mit der Kickl-FPÖ koalieren will. Das ist eine sehr kleine Auswahl. Vielleicht zu klein. 

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