Keine Gefahr für Crew

Raumstation ISS musste Weltraumschrott ausweichen

Wissenschaft
06.03.2023 17:28

Die Raumstation ISS ist am Montag in eine höhere Umlaufbahn bugsiert worden, um einen Zusammenstoß mit Weltraumschrott zu vermeiden. Das Ausweichmanöver sei am Montag mithilfe des Antriebs einer angedockten „Progress“-Kapsel erfolgt, teilte die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos mit.

Um 13.42 Uhr MEZ hätten Triebwerke des Versorgungsschiffs „Progress 83“ etwas mehr als sechs Minuten lang gezündet und so die Umlaufbahn der ISS angehoben, um eine mögliche Kollision zu verhindern, berichtete die US-Raumfahrtbehörde NASA in einem Blogbeitrag auf ihrer Website.

Umlaufbahn der ISS am 1,2 Kilometer angehoben
Die Entfernung der Station von der Erde beträgt demnach nun 418,6 Kilometer, 1,2 Kilometer höher als bisher. Derzeit befinden sich insgesamt elf Raumfahrer an Bord der ISS. Vier von ihnen sollen bis Ende der Woche an Bord der US-Raumfähre „Crew Dragon“ auf die Erde zurückkehren, darunter die russische Kosmonautin Anna Kikina. Für die Crew habe keine Gefahr bestanden, heißt es.

(Bild: NASA)

Ein ähnliches Manöver der ISS wurde zuletzt Ende April 2022 bekannt. Damals wurden die Triebwerke des angedockten russischen Raumfrachters „Progress MS-18“ rund zehn Minuten lang eingeschaltet worden. Durch den Impuls sei die Flughöhe der ISS um 1,8 Kilometer angehoben worden, teilte Roskosmos damals mit.

Schrott macht Raumfahrt immer gefährlicher
Trümmer ausgedienter Satelliten und Reste alter Raketen machen Raumfahrt vor allem in Erdnähe immer gefährlicher. Schon kleine scharfkantige Splitter können bedrohliche Löcher in Raumschiffe reißen oder Sonden zerstören. Ohne Gegensteuern, so befürchten Experten, könnten Raumflüge angesichts Tausender Fragmente irgendwann kaum mehr möglich sein.

Millionen Trümmerteile im Orbit
Wissenschaftler schätzen anhand von Modellrechnungen, dass sich in der Erdumlaufbahn insgesamt etwa eine Million Teile befinden, die größer als ein Zentimeter sind. Würde etwa eine Schraube dieser Größe gegen einen Satelliten prallen, hätte sie nach Einschätzung von Experten die Zerstörungskraft einer Handgranate. Aber auch Abermillionen kleinere Trümmer, die nur wenige Millimeter groß sind, können erhebliche Schäden anrichten.

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