Oberösterreichs Kammerpräsident schlägt Alarm, immer mehr Kassenstellen bleiben unbesetzt. Die Politik schaut offenbar untätig zu, wie die Versorgung zusammenbricht.
Die Situation ist dramatisch! In Oberösterreich sind aktuell 28 Zahnarzt-Kassenstellen unbesetzt, von denen der Großteil schon mehrfach ohne Erfolg ausgeschrieben wurde.
„Der Blick in die Zukunft ist noch trister. 48 Prozent der Kassenzahnärzte und 42 Prozent der Wahlzahnärzte sind über 55 Jahre alt und werden in den kommenden zehn Jahren in den Ruhestand gehen“, warnt Günter Gottfried, Präsident der oö. Zahnärztekammer. Eine vollständige Nachbesetzung sei angesichts der aktuellen Situation an den staatlichen Zahnmedizin-Unis schier unmöglich. „Im Gegensatz zur Allgemeinmedizin ist bei den Zahnmedizinern auf EU-Geheiß die Ausländerquote beim Zugang zum Studium ohne Widerstand der Poltik abgeschafft worden.“
Es ist ein Wahnsinn! Ich führe ständig Gespräche mit Bürgermeistern, die eine Zahnarztstelle nachbesetzen wollen, wo sich aber niemand meldet.
Günter Gottfried, OÖ-Zahnärztepräsident
Österreich zahlt für Ausbildung von Deutschen
Die Folge: Österreich bilde - auf Kosten seiner Steuerzahler - inzwischen mehr deutsche Numerus-Clausus-Flüchtlinge aus als heimische Studenten. „Die Auswirkungen dieses gesundheitspolitischen Versagens werden die Österreicher in den kommenden Jahren massiv spüren. Doch das interessiert niemanden“, betont Gottfried. Er befürchtet, dass die soziale Zahnheilkunde „den Bach runtergeht“.
Zu niedrige Kassentarife
Als Sofortmaßnahme seien unter anderem dringend Anreize für ältere Zahnärzte zu schaffen, sodass diese erst später in Pension gehen. „Auch die Kassentarife müssen dringend angehoben werden. Für einen gezogenen Zahn etwa bekommt man derzeit nur 18 Euro, wobei die Anästhesie in diesem Tarif schon inkludiert ist. “









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