Kurioser Prozess

„Bitte nicht mitnehmen, das ist unser Jesus!“

Salzburg
01.11.2022 09:30

Die Frage, ob man den Leib Christi stehlen kann, klärte man am Montag in einem kuriosen Fall am Salzburger Landesgericht.

„Geh und nimm es, hat Jesus zu mir gesagt“, rechtfertigte sich ein 35-jähriger Ägypter am Montag am Salzburger Landesgericht. Der Mann marschierte am 14. September in der Bergheimer Kirche zum Tabernakel und bediente sich dort an den Hostien. Dabei wurde er von einer entsetzten Ordensfrau überrascht.

„Bitte nicht mitnehmen, das ist unser Jesus“, will sie ihm damals ins Gewissen geredet haben. Der gelernte, aber arbeitslose Tierarzt zeigte sich jedoch unbeeindruckt und ließ den Leib Christi in seine Jackentasche gleiten. Den prachtvollen Kelch stellte der Mann wieder zurück.

Der Ägypter erklärte sich damit, dass er als gläubiger Katholik ein Anrecht auf den Leib Christi hätte. Denn das könne ihm, angeblich laut Papst Franziskus, niemand verbieten! Nach einem flammenden Plädoyer gab der Mann zu Protokoll: „Ich bin der Meinung, dass am Leib Gottes kein Eigentum bestehen kann!“ Getauft sei er nicht, in der Kirche gehe er aber jeden Tag - manchmal auch mehrmals, so der Angeklagte.

„Mir ist es nie um den Goldkelch gegangen. Wenn ich wollte, hätte ich ihn mitgenommen. Das hätte die Schwester nicht verhindern können“, beteuerte der Angeklagte.

Die Richterin verkündete einen Freispruch. Der Angeklagte dankte es ihr auf seine Art. „Gott segne dich“, warf ihr der Mann zu Verhandlungsschluss entgegen.

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