„Ich scherze nicht“
Kadyrow will Söhne (14, 15, 16) an Front schicken
Ramsan Kadyrow, berüchtigter Herrscher der russischen Teilrepublik Tschetschenien und oftmals als „Putins Bluthund“ bezeichnet, will drei seiner minderjährigen Söhne in den Ukraine-Krieg schicken. Die 14, 15 und 16 Jahre alten Jugendlichen Achmat, Selimchan und Adam seien bereit, ihre antrainierten Kampffertigkeiten bei der „militärischen Spezialoperation“ einzusetzen, so Kadyrow am Montag.
„Und ich scherze nicht. (...) Bald werden sie an die Front geschickt und werden sich an den schwierigsten Abschnitten der Kontaktlinie aufhalten.“ Dazu veröffentlichte er ein Video, das seine Söhne bei Schießübungen zeigt.
Glühender Befürworter von Putins Krieg
Kadyrow, der für seinen brutalen Führungsstil im muslimisch geprägten Tschetschenien im Nordkaukasus bekannt ist, hat sich seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine als einer der glühendsten Kriegsbefürworter hervorgetan. Er steht auch schon seit Langem im Ruf, russische Gesetze ohne Folgen für ihn zu umgehen.
Kadyrow für Einsatz von Atomwaffen
Schon mehrfach kritisierte er nach russischen Niederlagen nicht zuletzt die militärische Führung seines Landes scharf und forderte weitreichende Konsequenzen. Kürzlich sprach er sich gar dafür aus, den Einsatz von Atomwaffen mit geringerer Sprengkraft in Betracht zu ziehen.
Angesprochen auf Kadyrows harte Kritik am Verlauf des in Moskau weiter nur als „militärische Spezialoperation“ bezeichneten Kriegs sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Montag lediglich: „Die Regionalchefs haben die Befugnis, ihren Standpunkt zu äußern und Bewertungen abzugeben.“ Zur geplanten Heranziehung von Kadyrows Kindern als Soldaten äußerte er sich zunächst nicht.
Detail am Rande: Mit einem fingierten Telefonat ist ausgerechnet Peskows Sohn von einem Team um den inhaftierten Oppositionellen Alexej Nawalny als Drückeberger entlarvt worden. Ein Mitarbeiter von Nawalnys Team gab sich am Telefon als Mitarbeiter eines Moskauer Wehrkreiskommandos aus, das die Einberufung von Reservisten durchsetzen soll. Er werde die Frage auf anderer Ebene entscheiden lassen, sagte der 32-Jährige. „Wenn Sie wissen, dass ich Herr Peskow bin, dann sollten Sie verstehen, dass das nicht ganz korrekt ist, dass ich mich dort einfinde. Kurz, ich werde das auf einer anderen Ebene regeln“, sagte er demnach.
















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