Die Warteliste für einen Pflegeplatz ist randvoll. Trotzdem muss für mindestens 13 Senioren aus dem Senecura-Heim ein neues Zuhause her.
Alleine in der Stadt Salzburg warten zurzeit etwa 200 Senioren auf einen Platz im Altersheim. Durch den Pflege-Skandal im Senecura-Heim in Lehen kommen nun noch mindestens 13 hinzu, es könnten in naher Zukunft sogar 63 teils schwer Pflegebedürftige eine neue Bleibe brauchen. Das könnte für Stadt und Land Salzburg eine Herkulesaufgabe werden. Zum Hintergrund: Die Volksanwaltschaft brachte kürzlich die dramatischen Zustände im privat geführten Seniorenwohnheim ans Licht. So fanden sie bei einem Besuch im April ausgehungerte Bewohner, riesige Wunden und große Personalnot vor.
Jeder sucht die Schuld bei der anderen Partei
Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft – auch, weil eine Bewohnerin kurz nach dem Besuch der Volksanwaltschaft stark untergewichtig starb. Nach Bekanntwerden des Skandals ließen die gegenseitigen Schuldzuweisungen der Salzburger Politiker nicht lange auf sich warten. Der zuständige Landesrat Schellhorn setzte nun – fünf Monate später – Maßnahmen, um die Situation zu verbessern: 13 der 63 Senioren müssen binnen eines Monats ausziehen, wenn dann keine Besserung eintritt, will Schellhorn das Heim schließen lassen.
13 Senioren brauchen schnell ein neues Zuhause
Neben den Streitereien um die Zuständigkeiten gerät dabei eine Frage etwas in den Hintergrund: Wo sollen die Senioren dann unterkommen? Wegen dem akuten Pflegekräftemangel steht jedes sechste Bett in den Salzburger Seniorenwohnheimen leer. Alleine in der Stadt Salzburg warten hunderte Pflegebedürftige auf einen Platz. Jemand, der in ein Pflegewohnheim in Salzburg übersiedeln will, wartet schon jetzt durchschnittlich mehr als ein halbes Jahr auf ein Bett. Schellhorn ist trotzdem zuversichtlich: Das Land will die 13 Senioren aufteilen, teils in andere Senecura-Häuser umsiedeln – auch wenn diese teilweise in anderen Bundesländern liegen...









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